Die heutige Etappe im Departement Côte-d'Or (21) der Region Bourgogne ist kürzer und flacher als die beiden letzten Etappen. Auch heute kreuzen wir in der Ebene wieder einen Kanal, nämlich den «Canal de Bourgogne». Frankreich hat viel investiert, um solche Wasserstrassen vom Mittelmeer zum Atlantik und zur Nordsee anzulegen, ursprünglich naturgemäss für den kommerziellen Warentransport. Diese ursprüngliche Bestimmung hat allmählich an Bedeutung verloren, denn der Warentransport hat sich zuerst auf die Schiene, und später auch auf die Strasse verlagert. Trotzdem findet man vereinzelt immer noch Frachtschiffe auf den Kanälen.
Ein limitierender Faktor für den Warentransport ist die Tatsache, dass die Kanäle für gewisse Maximalgrössen der Schiffe, auf den Kanälen auch «Péniches» genannt, dimnsioniert worden sind. Kanäle kann man zwar ausbaggern, aber all die Dämme zu verschieben, Schleussen zu vergrössern und Brücken neu zu bauen ist heute nicht mehr zu rechtfertigen. Wenn ich von Brücken schreibe, dann auch von Brücken, Welche die Kanäle an ausgewählten Stellen über Quertäler, Strassen und Eisenbahnschienen führen, also nicht nur von Brücken, welche die Kanäle überqueren.
Trotzdem sind die Kanäle nach wie vor beliebt für die Schifffahrt, allerdings meist von Freizeitkapitänen und Binnenschiffern. Dazu braucht man sich nicht zwingend eine Péniche zu kaufen und ein Patent zu erwerben, denn unbegleitete Péniche-Ferien auf den Kanälen sind ein beliebtes Familienangebot. Ein halber Tag genügt für die Bootsübernahme, eine kurze Instruktion über Regeln, Bedienung, Motor und sanitäre Anlagen, eine begleitete Schleusung und schon ist man ein Ferien-Kapitän. Eigentlich schade, dass wir die Kanäle meistens nur kreuzen, sonst könnten wir versuchen, mal ein paar Kilometer per Péniche-Stop mitzufahren.

Hinweis(e)
Dieser Wegabschnitt verbindet Gy in der Region Franche-Comté mit Vézelay in der Region Bourgogne. Er bietet Pilgern, die entlang dem Burgunderweg aus dem Dreiländereck Deutschland, Schweiz und Frankreich navch Gy gekommen sind eine Alternative zum Burgunderweg, indem er zum Beginn der Via Lemovicensis in Vézelay führt.