Jost-Kapelle

Weiter geht es auf meist asphaltiertem Weg (wiederum parallel zur Kantonsstrasse) bis zum Spreitenbach, welchen wir überqueren um in den Lachener Ortsteil Steinegg zu gelangen. In Steinegg geht es geradeaus weiter und wir kommen in einem Bogen zur Autobahn-Unterführung. Jenseits der Autobahn führt uns der Weg in den Ortskern von Lachen. Das Hafenstädtchen mit den Gasthäusern am See, der barocken Pfarrkirche zum Hl. Kreuz und der Wallfahrtskapelle im Ried empfiehlt sich auch als Etappenort.

Vom Dorfkern Lachen gehen wir zurück in den Ortsteil Breiten jenseits der Autobahnunterführung. Wir folgen der Breitenstrasse und zweigen (nach rund 150m) links auf den Burgweg ab. Hier beginnt der Aufstieg zur 520 m höher gelegenen St. Meinrad-Passhöhe am Etzel. Ein kurzer Aufstieg führt zunächst am Rand der Rebberge zur St. Johann Kapelle. Das Kirchlein bietet mit seiner Lage 100 Meter über dem See einen einmaligen Blick auf Lachen, den See und die St. Galler und Glarner Alpen. Von dort geht es auf dem Höhenzug, am Restaurant St. Johannisburg vorbei, bis zur Zufahrtsstrasse (im Schlipf). Die Spitzkehre umgehend führt unser Pfad durchs Wiesland und über den Chessibach hinauf auf die Bilsten-Strasse. Dieser folgen wir bis zur nächsten Spitzkehre und zweigen rechts auf einen historischen Pfad ab, der uns längs des Summerholz-Waldes weiter oben wieder auf die Bilstenstrasse und auf ihr nach Bilsten führt. Auf einem Höhenweg gehen wir in westlicher Richtung weiter und gelangen über Wiesenhänge und durch kleine Waldpartien nach Schwändi. Wir geniessen den einmaligen Ausblick

St. Meinrad

auf den Zürichsee. Die vergitterte Kapelle am Weg erinnert an die vielen Einsiedeln-Wallfahrer, die hier auf dem Aufstieg zum Etzel vorbeigekommen sind. Kurz nach dem Ortsende zweigen wir links auf einen ansteigenden Bergweg ab, auf dem wir zunächst westwärts hinauf nach Oberschwändi und von dort in südlicher Richtung nach St. Meinrad am Etzel steigen. Der Weg führt durch hügeliges, bewirtschaftetes Weidegebiet, an sumpfigen Feldern und Baumgruppen vorbei, durch den Bannwald (in der Nähe des Meinradbrunnens) bis zu den letzen Kurven der Etzelstrasse. Die Bergweg-Abkürzung bringt uns die letzte Steigung hinauf zum Gasthof und zur Kapelle St. Meinrad. Vom Gasthof und von der Kapelle St. Meinrad geht es zunächst entlang der Etzelstrasse hinunter zur Tüfelsbrugg mit dem Gedenkstein für den hier geborenen Arzt, Alchemisten und Philosophen Paracelsus (1493 – 1541) und 250 m weiter bis hinauf zur Meieren. Dort verlassen wir die Etzelstrasse und gelangen rechts auf dem Fussweg durch Wiesenhänge oberhalb des Sihl-Grabens hinüber zu den etwas höher gelegenen Gehöften Hochmatt/Chammeren. Auf einem Fahrweg über die Allmig-Hochebene gelangen wir in südlicher Richtung wiederum hinunter auf die Etzelstarsse (beim Wegkreuz), und weiter südlich zum Galgenchappeli.

An diesem Ort, mit wunderbarem Ausblick auf den Sihlsee, wurden bis 1799 Verurteilte mit Blick auf das Kloster gehängt. Die Etzelstrasse verlassend kommen wir auf dem Feldweg in Richtung Süden zur Einsiedeln-Umfahrungsstrasse. Diese überqueren wir und gelangen auf der Alten Etzelstrasse in den Ortskern und zum Kloster von Einsiedeln. 

Einsiedeln

Der berühmte Ort geht auf den Mönch Meinrad zurück, der im 9. Jahrhundert zurückgezogen im Wald lebte und 861 von zwei Mördern erschlagen wurde. Im Jahr 934 erbaute Eberhard, Domprobst von Strassburg, anstelle der Klause des Meinrad das Benediktinerkloster. 948 wurde die Klosterkirche zu Ehren Mariens und des heiligen Mauritius geweiht und auch die Salvatorkapelle (heutige Gnadenkapelle) erhielt die Weihe. Sie war die ursprüngliche Zelle von Meinrad. Im 12. Jahrhundert fand ein Patroziniumswechsel statt, Maria wurde Patronin. Das Kloster besiedelte 983 Petershausen, 1027 Muri, 1050 Schaffhausen, 1065 Hirsau. In den Jahren 1029–1680 wurde es fünfmal durch Feuer zerstört. Um 1300 setzte die Wallfahrt ein, die im 15. Jahrhundert ihren Höhepunkt erreichte. Ihr Ziel war die von Gott geweihte Kapelle. Die Pilger kamen aus vielen Ländern Europas, wie Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien oder Ungarn.

Das Kloster war Sammelpunkt der Reisenden nach Santiago de Compostela. Seit dem 16. Jahrhundert trat das Gnadenbild (15. Jahrhundert) hervor. Es war ursprünglich in Naturfarben bemalt, wurde aber allmählich durch den Rauch der Kerzen schwarz. Seit etwa 1600 ist das Bild mit Stoff bedeckt. Die heutige barocke Wallfahrtskirche wurde 1704–1735 erbaut. Die berühmte Klosterbibliothek enthält zahlreiche wertvolle Manuskripte und Wiegendrucke. 


witschi

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