Bürglenkapelle

Die schöne Aussicht von der Terrasse des Gasthofes am unteren Rand des Lungerersees ist der Lohn für den Aufstieg. Kurz hinter dem Gasthaus begegnen wir rechtshaltend am Uferweg einem stilvollen Obwaldner Bauernhaus. Weiter geht es nach Bürglen zur reizvollen St. Antoniuskapelle, die auf das Jahr 1686 zurückgeht. Die Kapelle wurde anfangs 1830 vergrössert und wiederum der Gottesmutter, Antonius und Wendelin geweiht.
Ein besonderes Vergnügen ist die Wanderung entlang der ruhigen Uferlandschaft bis zum oberen Seeende vor Obsee.

Lungernsee

Dieses Dorf ist geprägt von vielen schönen Bauernhäusern, die sich harmonisch in die Landschaft einfügen. Für Pilger bietet sich ein schattiger Rastplatz mit sehr schöner Seesicht an. Danach gehen wir weiter auf der Obseestrasse zur Kapelle St. Beatus. Diese Kapelle wurde in den Wirren der Reformation im Jahr 1567 als willkommener Ausweich-Wallfahrtsort zum Pilgerort Beatushöhlen am Thunersee gebaut. In ihr gibt es Bilddarstellungen zur Beatuslegende.
Seit alters führen ein westlicher und östlicher Weg von Obwalden gegen den Brünig. Der eine Weg (die Hauptroute) geht westlich der Lungern Pfarrkirche über die „Chäppälistiege“ zur Letzi und weiter über Sagers Chäppäli, durchs Sewli auf den Brünig.

Beatuskapelle Obsee

Der andere Weg führt auf dem östlich gelegenen, etwas weniger steilen Saumweg, der Chäppälistrasse (früher „Ross-Strasse“), bis zur Burgkapelle und von dort streckenweise der Bahnlinie entlang und über die Brünig-Bergwiesen hinauf zu Sagers Chäppäli und weiter zum Brünigpass.
Wir wählen die Hauptroute, den auf der Karte eingezeichneten und als Jakobsweg ausgeschilderten „alten Brünigweg“ („historische Chäppelistiege“), der am südöstlichen Dorfrand von Obsee beginnt. Vor uns liegt ein Aufstieg von 386 Höhenmetern. Bei einem grossen Holzbau-Betrieb zweigt der Weg rechts

Römertreppe

ab, hinauf in den teilweise lichten Sattelwald. Der Weg führt uns eine Strasse überquerend quer durch den Wald hinauf zur Brünigstrasse. Im Sattelwald sind erste Spuren eines Römerpfads erkennbar. An mehreren Stellen sehen wir deutlich ausgehauene, alte Treppenstufen, Plattenwege und Wagenräder-Rinnen aus der Römerzeit. Archäologen haben in diesem Wald Steinwerkzeuge gefunden, welhce ca. 10'000 Jahre alt sind. Nach Überquerung der Brünigstrasse zweigt der Weg links in eine besonders urwüchsige Waldlandschaft ab. Unterhalb der Felsen der Balmiflue und an Findlingen vorbei verläuft der Waldpfad bis hinauf zur Letzi, einer natürlichen Felsenenge an der Brünigstrasse, welche früher mit ihrer Sperrmauer als Verteidigungswall der Obwaldner gegen die reformierten Berner diente. Von der Letzi führt der Weg nur kurz entlang der Brünig-Strasse, dann biegt er links ab.

Sewli-Alpwiesen

Durch ein kurzes Waldstück und dann über Alpwiesen kommen wir zur Bahnlinie der Zentralbahn bei Sagers Chäppäli. Der Bahnlinie entlang geht es links und rechts längs der Bahngeleise durch die Sewli-Alpwiesen hinauf zur Brünig Passhöhe. In einem der Gasthäuser gönnen wir uns eine Rast und geniessen die prächtige Panoramasicht auf die Berge des Berner Oberlandes mit ewigem Schnee.

Die nächste offizielle Pilgerherberge befindet sich in Brienzwiler  nach dem Abstieg auf dem Jakobsweg nach Interlaken.