Städtchen Unterseen

Städtchen Unterseen

Auf dem Uferweg gelangen wir am Strandbad vorbei in die Goldey und hernach ins historische Städtchen Unterseen (erbaut um 1280). Seine mittelalterlich anmutenden Häuserfassaden stammen aus dem 17. Jh. Am malerischen „Stedtliplatz“ mit seinem Kirchturm von 1674 haben wir die Möglichkeit, die Geschichte des „Bödelis“ im Jungfraumuseum kennenzulernen.

Stettli-Platz

Stettli-Platz

Der Weg führt uns vom Stedtli-Platz durch die Spielmatte, am Einkaufszentrum (Stedtli) vorbei, über die Helvetiastrasse und das Baumgartenquartier zum Stauwehr der alten Aarmühle. Von hier wandern wir in westlicher Richtung am rechten Aareufer entlang unter der Brücke des Autobahnzubringers hindurch bis zur Weissenau am Thunersee. Bald erreichen wir, rechts abbiegend und an der historischen Ruine vorbei, das Naturschutzgebiet Weissenau. In der Weissenau legten im Mittelalter die Schiffe des Thunersees an der geschützten Wasserburg an. Von der ehemaligen Reichsfeste aus wurden der Schiffsverkehr und der Weg über die Alpenpässe überwacht.

Naturschutzgebiet Weissenau

Naturschutzgebiet Weissenau

Vom Turm haben wir einen faszinierenden Rundblick auf den Thunersee. Durch das idyllische Flachmoorgebiet gehen wir am Seeufer entlang zur Schiffländte Neuhaus. Ab 1678 bestand hier ein wichtiger Umschlagplatz für den Verkehr vom und nach dem östlichen Oberland. Das historische Gasthaus ist ein beliebter Ausflugsort. Daneben steht ein historisches Sustgebäude.

Beatushöhlen – Merligen (5.5 km)

Uferweg

Uferweg

Wir wandern nach rechts weiter über den Lombach, am Campingplatz vorbei bis zur Manorfarm. Das historische Fachwerkhaus war im Mittelalter ein Weinlager des Augustinerklosters Interlaken. Noch bevor wir zu den Gebäuden der Manorfarm gelangen, zweigen wir an der Waldecke halbrechts ab. Hier sind wir auf dem ursprünglichen Jakobsweg, der hinter dem Manor-Haus hinauf zur Felsengalerie oberhalb des Thunersees führt. Von dort geht es wieder hinunter zum Rast- und Badeplatz „Gelbenbrunnen“. Nach ca. 300 m auf dem Gehsteig der leicht ansteigenden Seestrasse zweigen wir links ab und gelangen durch den Wald hinunter zur Bucht von Sundlauenen mit ihrem südländisch anmutenden Charakter.

Sundlauenen-Bucht

Sundlauenen-Bucht

Der Kiefernwald und das steinige Sundbachdelta (zur Zeit wegen Murgangs gesperrt!) sind ein beliebtes Ausflugsziel und laden zum Verweilen ein. Vom westlichen Dorfteil, wo sich früher ein Rebberg des Klosters Interlaken befand, gehen wir am Seeufer bis zur Schiffländte von Sundlauenen. Die kleine Schiffstation ist zwar nicht immer bedient, die Toiletten sind jedoch offen. Nach kurzem Aufstieg gelangen wir zur Thunerseestrasse, die wir überqueren um etwas weiter vorne auf den Pilgerweg zu kommen. Diesem folgen wir und steigen auf der LUK-Treppe, die teilweise mit Geländer und Steinmauern gesichert ist, zwischen den Felsbändern hinauf.

LUK-Treppe

LUK-Treppe

Dieses ausgesetzte Wegstück in der Felsenfluh wurde von Oskar Luk in den Kriegsjahren erweitert. Früher erweckte der aus dem Fels gehauene Pilgerweg Furcht und Grauen. Wir steigen bis zur Anhöhe hinauf, von wo wir dann bequem in westlicher Richtung zu den Beatushöhlen (678 m.ü.M.) kommen. Dort befinden sich die Ruinen der einstigen Pilgerherberge. Weiter oben stand früher eine Wallfahrtskirche mit Kreuzgang und Priesterwohnung. Für die Leute von Beatenberg war diese die Pfarrkirche. Nach der Reformation wurde die Wallfahrtskirche geschlossen. Heute sind nur noch Mauerreste und das Glöcklein vorhanden.

Beatushöhlen

Beatushöhlen

Die Grabstätte des heiligen Beatus, der in der Höhle gelebt haben soll, wurde im Mittelalter von vielen Pilgern aufgesucht. Sie war ein Ort der Einkehr und des Gebetes. Die Beatushöhlen sind auch heute noch ein Treffpunkt vieler Pilger. Viele Menschen kommen wegen der weitläufigen Tropfstein-Höhlen, und nicht wenige von ihnen, weil sie vom Leben des Heiligen und von den Beatus-Legenden gehört haben oder an die Kraft des Ortes glauben. Sehr zu empfehlen ist ein Abstecher hinauf ins Dorf Beatenberg (1121 m.ü.M.).

Merligen Bucht

Merligen Bucht

Wir verlassen nun den Pilgerort Beatushöhlen in Richtung Merligen. Auf einem bequemen Waldweg wandern wir durch den Wald und steigen beim Chrutbach längs eines Steinbruchs auf die Balmholz-Anhöhe hinauf. Der Weg führt uns dann oberhalb des Steinbruchs in westlicher Richtung durch das Balmholz. Auf der neugedeckten Brücke überqueren wir den Budelbach und gelangen auf dem absteigenden Pilgerweg oberhalb der Beatenbucht in den Nastelwald, wo wir die Beatenberg-Standseilbahn überqueren.

Kirche Merligen

Kirche Merligen

Weiter geht der Weg hinunter in den Salzacher-Wald, wo wir (oberhalb der Kantonsstrasse bleibend) an den östlichen Dorfeingang von Merligen kommen. Das schöne Dorf empfängt uns mit seinen gepflegten Hausgärten und südländischem Ambiente. Auf der oberen Dorfstrasse, die kurz nach der Brücke scharf rechts abzweigt, gelangen wir zur gutweit herum sichtbaren Kirche Merligen.

Alternative: Wir folgen dem Dorfsträsschen bis hinunter auf die Hauptstrasse und biegen dort rechts auf die Strasse ab, die hinauf zur Kirche führt.

Ab Merligen aus bieten sich zwei Möglichkeiten zur Fortsetzung der Pilgerwanderung an:

der original Weg über Spiez nach Amsoldingen (14 km) als Wanderland Route ViaJacobi Nr. 4 signalisiert Mit dem Schiff gelangen wir nach Spiez. Von dort geht es weiter über Einigen bis nach Amsoldigen. Im Winter ist diese Route wegen eingeschränkten Schiffsverkehrs nur zu gewissen Zeiten (siehe Schiffs-Fahrplan) zu empfehlen.

der Variante über Thun nach Amsoldingen (19 km) mit durchgehender Signalisation (Wegweiser mit Wanderziele): Hier gehen wir am rechten Thunersee-Ufer weiter über Gunten, Oberhofen und Hilterfingen bis nach Thun. Von Thun gelangen wir über Scherzligen, Gwatt nach Amsoldigen. Diese Strecke ist das ganze Jahr begehbar.