Der Abstieg vom Brünig nach Hofstetten ist an einigen Stellen steil und rutschig. Aus Sicherheitsgründen sind gutes Schuhwerk und wenn möglich Wanderstöcke zu empfehlen. Alleingehende Pilger sollten sich wenn möglich anderen Pilgern anschliessen. Für weniger geübte Berggänger führt eine empfehlenswerte Alternativroute über Meiringen nach Brienz. 

Blick ins Berner Oberland

Blick ins Berner Oberland

Ausgangspunkt der nächsten Etappe ist der Bahnhof auf dem Brünigpass. Wir folgen den Jakobsweg-Wegweisern und wandern zunächst der Hauptstrasse entlang in südwestlicher Richtung bis kurz nach der Kurve, wo wir rechts auf eine Treppe abzweigen, die wir hinaufsteigen. Oben gelangen wir auf einen Kies-Pfad, der uns zunächst über die Felsen und anschliessend über die Stützmauer zur Hauptstrasse führt. Ein Naturpfad führt uns von dort – rechts entlang der Hauptstrasse und über den Strassenverbauungen - talwärts. Nach kurzer Strecke biegen wir rechts ab und gelangen über die Wiesenhänge von Herwäg und durch ein Waldstück hinauf zu den ausgedehnten Alpweiden von Bräch.
Von hier zieht der Weg durch den Uochwald, wo wir zwischen Felsbändern hindurch die Abzweigung zum Aussichtspunkt Tschuggen (1096 m), den höchsten Punkt unserer Wanderung, erreichen. Von der Abzweigung steigen wir ab und gelangen, dem Lauf des Dorfbaches folgend, in das 400 m tiefer gelegene Brienzwiler (680 m). Bemooste Steinblöcke und Farnbüsche säumen den steinigen Pfad, der zunächst steil abwärts führt.

Pilger in Brienzwiler

Der Bergweg erfordert grösste Vorsicht, obwohl in der Zwischenzeit einige Stufen aus Holzstämmen gesetzt, zusätzliche Absperrungen angebracht und das Geländer an gefährliche Stellen verlängert wurden. Weiter unten kommen wir auf einen alten Saumweg mit Trockenmauern. Bei der Felsenquelle Andresen öffnet sich das Gelände und wir geniessen die erste Aussicht hinunter auf das am Hang liegende Dorf Brienzwiler, welches wir über das Halti und den Dorfweg erreichen. In die Dorfmitte dieses Bergdorfes kommen wir auf der Kreuzgasse. Alte Häuser säumen die Dorfstrasse, und an einem Steinbrunnen (Kind mit Hund) erfrischen wir uns. Der Gasthof Bären wirbt mit Pilgermuscheln am Eingang. 
Hinweis: In Brienzwiler befidnet sich die offizeille Pilgerherberge

Brienzwiler - Kienholz/Brienz 

Gasse in Brienzwiler

Weiter geht es auf der Dorfstrasse und dem Schlossweg. Auf der Hofstetter-Strasse kommen wir durch ein kurzes Waldstück zum Reitsportzentrum Bifing. Hier zweigen wir rechts ab und gelangen auf einem breiten Feldweg am Waldrand entlang und über Wiesen mit Ställen zum Eistlenbach (mit seinem breiten Geröllbett). Diesen überqueren wir und gelangen hernach in den Rütiwald. Nach dem Wald kommen wir auf der Wylergasse nach Hofstetten.
N.B. Pilgerinnen und Pilger die das Freilichtmuseum Ballenberg besuchen wollen, zweigen beim Bifing-Reitsportzentrum links ab und kommen auf der Fahrstrasse entlang des Waldes zum Eingang des Museums. (Informationen sind unter www.ballenberg.ch erhältlich.)
Hofstetten gehört zur Kirchgemeinde Brienz. Verschiedene Wildbachkatastrophen der vergangenen Jahrhunderte verschütteten grosse Teile der Gemeinden Hofstetten, Schwanden und Brienz. Damit verschwanden auch alte Saum- und Pilgerwege.

An mit Blumen geschmückten Holzhäusern vorbei gelangen wir auf den Dorfplatz. Dort steht ein

Hostettenweg


Eulen-Steinbrunnen und vor dem Gemeindehaus (am Scheidweg) ein aus Kupfer gefertigter Bauer mit seinem Hornschlitten. Am Hotel Restaurant Alpenrose vorbei geht es zunächst einige hundert Meter geradeaus in Richtung Kienholz. Wir kommen an wohnlichen Holzhäusern vorbei auf einen Feldweg, auf dem wir über Wiesen der Allmend zum Studenwald gelangen. Kurz vor dem Wald biegen wir rechts ab und kommen durch den Wald auf einen grossflächigen Wiesenhang (Louwenen - Lauenen) oberhalb von Kienholz. Die Panoramasicht von hier über den Brienzersee ist einzigartig. Die Ortsbezeichnung „Lauene“ stammt von 1896, als grosse Teile des Gebiets von riesigen Schlammlawinen der Wildbäche verwüstet wurden. Die verheerende Schlamm- und Wasserkatastrophe wiederholte sich im August 2005, als der Glyssibach und der Schwanderbach grosse Teile von Unterschwanden, Kienholz und Brienz überfluteten.

Lauenen-Brienz

Nach Durchquerung der „Lauenen“ zweigen wir nach einem kurzen Waldstück links ab und kommen, am Waldrand und an Bach-Verbauungen entlang, hinunter auf die Kantonsstrasse im Kienholz. Hier entscheiden wir uns, auf welchem Weg wir nach Interlaken pilgern wollen. Wir wählen zwischen folgenden zwei Varianten: 

Variante A: Rechtsufrig über Brienz, Ebligen, Oberried, Niederried, Ringgenberg (Hauptroute). Da die Hängeseilbrücke über den Ebligengraben im Spätherbst und im Winter gesperrt ist, empfehlen wir während dieser Zeit die Route über Giessbach (Variante B) zu begehen. Auskunft über die Wegverhältnisse erteilt die Gemeindeschreiberei in Oberried (Telefon: 033 849 13 33). 

Entscheiden wir uns für die Variante A, folgen wir ein kurzes Stück der Kantonsstrasse, zweigen dann links zur Bahnunterführung ab. Hernach gelangen wir auf dem Strandweg, an der Jugendherberge vorbei zum Bahnhof und zur Schiffländte in Brienz.

Variante B: Linksufrig über "im Brunnen", Giessbach, Iseltwald, Bönigen (Nebenroute und auch Fahrradroute). 

Wählen wir hingegen die Variante B, überqueren wir die Kantonsstrasse und folgen der Axalp-Zufahrtsstrasse, die uns ans Seeufer und zum Campingplatz bringt,