Kloster Allerheiligen

Der Thurgauer Klosterweg beginnt beim Kloster Allerheiligen in der Altstadt von Schaffhausen. Er führt zunächst entlang des Rheins bis Diessenhofen und von dort über Stammheim, Frauenfeld nach Tobel. Allerheiligen wurde 1049 von Graf Eberhard von Nellenburg gegründet. Zuerst betreten wir die ehemalige Klosterkirche (heute reformierte Münsterkirche). Die um das Jahr 1100 erbaute romanische Pfeilerbasilika macht mit ihren drei Schiffen einen wuchtigen Eindruck. Rote und graue Sandsteine wechseln sich in den Bögen ab. Drei Grabplatten am Boden zeigen, wo Graf Eberhard mit seiner Gemahlin Ita und ihrem Sohn Burkhard ruhen.

Kloster Allerheiligen

Ein Teil der mittelalterlichen Wandmalerei ist noch erhalten, so der Credo-Fries (15. Jahrhundert) als Glaubensbekenntnis und am grossen Pfeiler Maria mit Kind (um 1400). Wir verlassen die Kirche und betreten den romanischen Kreuzgang der ehemaligen Benediktinerabtei. Er ist der grösste der Schweiz, nach 1100 erbaut. Im Innenhof finden wir die Schillerglocke (1486), die den Dichter zu seinem Werk von der Glocke angeregt haben soll. Im Kräutergarten duften unzählige Heilpflanzen. Hier steht auch die Münsterkapelle (St. Anna) und die Arkade, beide aus dem 12.Jahrhundert. Wer Zeit hat, kann noch das reichhaltige Museum besichtigen (Di-So, 11-17 Uhr). 

Uferweg Langwiesen

Wir überqueren bei der Schiffländte den Rhein (392m) und wandern auf der Zürcher- und Diessenhoferstrasse durch den Vorort Feuerthalen. Unter der Bahn hindurch kommen wir zum Rhein und erreichen nach 45 Minuten den Ort Langwiesen mit seinen Rastplatz und dem Ausblick zurück auf den Munot. Ab hier führt der schattige Weg entlang des Rheins, teils auf der breiten Ufermauer, in 20 Minuten zum Paradies. Bei der Rheinfähre steht der Gasthof Paradies, dann kommen wir, an einem Schaufelrad vorbei, zum ehemaligen Klarissenkloster Paradies. Dieses ist heute ein Schulungszentrum der Georg Fischer AG. Das Kloster wurde vom Kyburger Grafen Hartmann d.Ä. 1257 gestiftet. Die Klosterkirche St. Michael kann frei besichtigt werden. Das barocke Gotteshaus dient heute als Pfarrkirche der Gemeinde Schlatt. Der Weg wendet sich wieder dem Rhein zu und erreicht nach einigen Gemüse -Feldern den als Naturschutzgebiet gekennzeichneten Schaarenwald.

Katharinental

An einer Badewiese mit Feuerstelle vorbei führt der Weg in den Wald zurück. Auf einem Lehrpfad erfahren wir, dass hier sogar der seltene Frauenschuh zu finden ist und im Schilf der Eisvogel brütet. Teils als Uferpfad mit Holzsteg, der bei Hochwasser nicht begehbar ist und teils als breiter Radweg (einige Meter weiter rechts) führt die Route durch eine wunderbare Fluss- und Schilflandschaft bis nach St. Katharinental. Die Strecke von Paradies bis Katharinental bewältigen wir in 1h 20min. Das ehemalige Dominikanerinnenkloster Katharinental dient heute dem Kanton Thurgau als Klinik. Öffentlich zugänglich ist auch ein Cafe im ehemaligen Refektorium, bez. im schattigen Klostergarten. Das Kloster geht zurück auf eine Beginengemeinschaft, die um 1230 von Winterthur nach Diessenhofen und von dort 1251 rheinabwärts zog.

 

Katharinental Decke

1245 folgte die Angliederung an den Dominikanerinnenorden. Die Kirche wurde 1257 durch Albertus Magnus geweiht. 1312 entstand hier das Graduale von St. Katharinental, eine der bedeutendsten gotischen Handschriften der Schweiz. In den Gängen der Klinik finden wir an den Wänden Kopien der alten Schriften (die Originale sind im Landesmuseum Zürich). Die ehemalige Klosterkirche wurde 1732-35 neu erbaut und besitzt heute eine reiche barocke Ausstattung, die z.T. durch Gitter geschützt ist.  Das mittelalterliche Städtchen Diessenhofen, mit seiner gut erhaltenen Altstadt mit Türmen und Wehrmauern,  erreichen wir auf dem schönen Uferweg in etwa 15 Minuten. Auf dem Weg sehen wir die gedeckte Holzbrücke über den Rhein. Sie wurde 1292 erstmals erwähnt, wurde aber in der Folgezeit mehrmals zerstört oder beschädigt, zuletzt 1945. 

Diessenhofen


Nach einem Gartencafe vor der Schiffländte (397m) steigen wir die 52 Stufen zur Kirche St. Dionysius empor. Sie wurde 757 erstmals erwähnt. Die ältesten Teile des heutigen Baus entstanden um 1200. Die Kirche wurde im 14.-15. Jahrhundert und 1838 umgebaut. Wir finden noch einen Taufstein (1527) und zwei Grabplatten (1577). Das Stadtbild von Diessenhofen ist geprägt von vielen historischen Gebäuden, dem burgartigen Unterhof (13.Jahrhundert), dem Oberhof, Rathaus (1760) und dem Siegelturm von 1545. Das Stadtrecht wurde Diessenhofen 1178 von Graf Hartmann III von Kyburg verliehen. 1264-1460 war der Ort habsburgisch und wurde 1460 von den Eidgenossen erobert. Den 9 km langen Weg von Schaffhausen nach Diessenhofen bewältigten wir in knapp 3 Stunden.  Von Diessenhofen geht es nun in südlicher Richtung weiter. Wir unterqueren westlich des Bahnhofs die Eisenbahn und überqueren danach auf einer Brücke die Autostrasse. 

Schlattigen

Der Weg führt uns über Felder nach Eichbüel und von dort weiter ins Dorf Basadingen, welches wir nach 45 Minuten erreichen. Nach der dortigen Kirche überqueren wir die Strasse Diessenhofen-Trüllikon und folgen nun auf einem Fahrweg (Landwirtschaft) dem romantischen Geisslibach in östlicher Richtung bis wir nach Schlattingen gelangen. Nahe der Ortsbezeichnung „im Chloster“ kommen wir zur Kirche St. Georg. Diese stammt aus dem 12./13. Jahrhundert und besitzt sehenswerte Resten von Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert. 

Unterstammheim

Wir setzen den Weg entlang des Geisslibachs bis zum Weiler Furtmüli fort. Dort geht es dann auf der Veloroute (ein landwirtschaftlich genutztes Strässchen) weiter, bis wir zur Autostrasse kommen, die wir unterqueren um anschliessend nach Unterstammheim zu gelangen.