Stadtkirche St Nikolaus

Unsere Wanderung startet östlich des Bahnhofs (405m) der 20000 Einwohner zählenden Hauptstadt des Thurgaus. Der Weg verlässt bald das Stadtgebiet und steigt in östlicher Richtung über Felder und durch Wälder aufwärts. Im bewaldeten Stälibuck folgen wir dem Waldlehrpfad Mühletobel, queren bei einem Rastplatz die Strasse von Dingenhart und erreichen nach 1 ½ Stunden Aufstieg den höchsten Punkt des Stälibuck (653m). Auf einer Lichtung steht, neben einem Rastplatz mit Grill, der eiserne Stälibuckturm (1907 erbaut). 148 Stufen führen zur obersten Plattform des 26,8 Meter hohen Turms. 250 Meter über der Stadt hat man eine grossartige Rundsicht über Frauenfeld, den Schwarzwald und den Alpstein bis hin zu den Berner Alpen.

Sunneberg

Wir steigen nach Dingenhart ab, queren die Strasse Thundorf-Frauenfeld und gelangen auf Wald- und Feldwegen zum Weiler Chöll mit Brunnen und einem Riegelhaus aus dem Jahre 1745. Der Weg führt weiter durch Wald und über Felder zum Weiler Sunnenberg. Dort steht auf bewaldetem Gipfel das Schloss Sonnenberg, welches 1242 erstmals erwähnt wurde. Nach einem Grossbrand 1595 wurde es neu erbaut. Seit 1678 gehörte es dem Kloster Einsiedeln und wurde 2007 an eine Unternehmensgruppe verkauft. Nach der Renovierung soll das Restaurant wieder geöffnet werden. Schlosskapelle und Prunksaal sollen für Hochzeiten zur Verfügung stehen.
Der Weg steigt nun östlich des Schlosses im Wald ab und quert in Kalthäusern und Weingarten die Strasse nach Lommis (475m). Schon von weitem erblicken wir den Kirchturm von St. Jakob.

Lommis St. Jakob

1214 erstmals erwähnt, ist diese Kirche eine wichtige Station für Jakobspilger. Der ursprünglich vorromanische Bau wurde im 12.-13. Jahrhundert vergrössert und im 15. Jahrhundert umgebaut. Die Kirche hat noch eine Grabkapelle der Herren von Muntprat und eine Idda-Kapelle. Die kunstvoll ausgemalte Kirche mit den schönen Altären ist beeindruckend.

Bei der Jakobskirche führt eine landwirtschaftliche Strasse in östlicher Richtung an einem
grossen Feldkreuz vorbei. In 30 Minuten kommen wir zum Gehöft Flügenegg, einem schönen Riegelbau. Wir begegnen hier einem prächtigen Jakobswegweiser. Nach Santiago sind es noch 2315 km, nach Tobel nur noch ein einziger Kilometer. 
Den schaffen wir in 15 Minuten. In Tobel (523m) überqueren wir die Strasse Wil-Amlikon und finden nach 100 Metern rechts die ergraute Johanniter-Komturei. Sie wurde 1228 von Graf Diethelm I von Toggenburg zur Sühne des Brudermordes auf der benachbarten Burg Rengerswil bei Wängi gegründet. 1529 wurden während der Reformation Bilder und Altäre zerstört, die Ordensritter verliessen die Komturei, kehrten aber bald wieder zurück. Der heutige Bau stammt aus dem Jahr 1744.

Komturei Tobel

Die Aufgabe des Ritterordens bestand in der Betreuung und Krankenpflege der Jakobspilger. Die dazu gehörende Kirche wurde 1706 abgebrochen und weiter oben beim alten Wehrturm aus dem 12. Jahrhundert wieder aufgebaut. Die Pfarrkirche St. Johannes feierte 2007 ihr 300 jähriges Bestehen. Der Wehrturm dient heute als Glockenturm. Die Komturei gelangte 1809 in den Besitz des Kantons Thurgau, der das Gebäude umbaute und eine Strafanstalt darin unterbrachte.

Für Pilger die in Tobel rasten wollen, gibt es eine Pilgerherberge.