Murten, in Abendstimmung

Am westlichen Ortsausgang von Murten beginnt Meyriez/Merlach, ein ehemaliges Bauerndörfchen mit einer Kirche aus dem 11. Jahrhundert; das Gotteshaus war bis zur Reformation im Besitz des Prämonstratenserklosters Fontaine-André bei Neuenburg. In Massengräbern bestatteten die Mönche die 12'000 gefallenen Burgunder der Schlacht von Murten, und sie errichteten gleichenorts eine Kapelle mit Beinhaus.
Es geschah an einem heissen Julitag im Jahre 1476, als das Heer des Burgunderherzogs Karl der Kühne, das Murten belagerte, überraschend von eidgenössischen Truppen angegriffen wurde. Diese waren angerückt, um den in der Stadt eingekesselten Bernern zu Hilfe zu eilen. Die Eidgenossen schlugen die Burgunder und metzelten auch jene nieder, die in den See geflohen waren.

Meyrier das Kircheninnere

Noch heute merken sich die Schulkinder die Niederlagen Karls des Kühnen mit dem Merksätzchen: “In Grandson verlor er das Gut, in Murten den Mut, und in Nancy das Blut“. Nach den Burgunderkriegen galten die Eidgenossen weitherum in Europa als erfolgreiche Krieger und begehrte Söldner.
Die Kapelle überdauerte die Reformation als patriotisches Monument. Leider wurde sie aber 1798 von den napoleonischen Truppen, die in die Schweiz einmarschiert waren, abgebrochen. Am selben Ort wurde im 1822 ein Obelisk errichtet.
Weiter gelangt man – immer auf gelb markierten Wanderwegen und durch Felder und Wälder – über Greng zunächst nach Clavaleyres/Gurwolf, einer kleinen bernischen, deutschsprachigen Exklave, die einst zur Herrschaft des Klosters von Münchenwiler gehörte (siehe unten).
Weiter nach Chandossel, einem Ort, der bis 1983 selbstständig war und seither zu Villarepos gehört. Die Sebastian-Kapelle wurde 1611 nach der Pest errichtet. Nach kurzem Anstieg erreichen wir mit Villarepos die letzte freiburgische Gemeinde.

Avenches,  Altstadt

Das früher auch unter dem deutschen Namen Ruppertswil bekannte Dorf hat eine moderne, 1971 geweihte Dorfkirche, welche die 1571 Kirche Saint-Etienne ersetzte (1984 Abbruch trotz Widerstand der Bevölkerung). Kurz nach den letzten Häusern überschreiten wir die Grenze zum Kanton Waadt/Vaud und erreichen bald Donatyre.
Der Ortsname geht auf die heilige Thekla zurück, die Patronin eines im 7. Jh. gegründeten Kirchleins,  Ihre Nachfolgerin ist die noch heute stehende, romanische Stephanskirche mit halbrunder Apsis, die im 11 Jh. aus vollständig aus Spolien, d. h. aus Steinen der römischen Stadtmauer von Aventicum/Avenches, erbaut wurde. Die Dorfstrasse verläuft übrigens an Stelle der Ringmauer der römischen Stadt.

Avenches, römische Arena

Avenches. Das kleine waadtländische Städtchen wurde wie Bern und Murten mit Laubenhäusern erbaut. Viel bedeutender als das heutige Avenches war jedoch das römische AVENTICUM, die Hauptstadt der römisch beherrschten Helvetier.
Die damalige ausgedehnte Stadt liegt heute grösstenteils unter Äckern und Weiden. Sichtbar sind einzelne weit verstreute Befestigungstürme, Tempel- und Badeanlagen sowie ein Amphitheater, in dem jeden Sommer Opern aufgeführt werden. Sehenswert ist das Römermuseum in einem mittelalterlichen Turm direkt beim Amphitheater.

Alternative für Pilger mit Ziel Pilgerherberge Münchenwiler

 

Schloss Münchenwiler

Vor allem für Pilger, welche die neubelebte Pilgerherberge in der bernischen Exklave Münchenwiler/Villars-les-Moines, aufsuchen möchten, empfiehlt sich folgende alternative Route ab Murten: Auf markiertem Weg SE Bahnhof Murten/Morat dem Mühlebach-Prehlbach bis zum Schloss Münchenwiler. Schild „Rütirain Plan“ folgen, Autostrasse überqueren und die Treppe hinauf. Die ab Sommer 2011 offene Pilgerherberge findet sich im modernen Anbau des Schlosses, das nach der Reformation an der Stelle des ehemaligen Cluniazenserpriorats des 12. Jh. als Herrschaftshaus gebaut wurde.
Die Schlosskapelle mit Apsis datiert aus dem 19. Jh. (www.kirche-murten.ch/pilgern http://www.kirche-murten.ch/pilgern)-

Münchenwiler - Schloss-Neubau

Von Münchenwiler aus auf einem schwach befahrenen (unmarkierten) Strässchen (Gurwolfweg) zunächst parallel der Eisenbahnlinie, diese dann überquerend, in Richtung SW. Am Südrand von Courgevaux/Gurwolf die Kantonsstrasse überqueren und am Waldrand bis zum Punkt E Clavaleyres, wo wir wieder auf den gelb markierten Weg treffen, dem wir nun in Richtung Chandossel – Villarepos folgen.

 

Ein besonderer Hinweis auf die Publikation : WEGE - CHEMINS, ein kleiner Begleiter auf dem Weg von Biel nach Payerne. Er kann hier bestellt werden