Soyhières,  Wallfahrtsstätte

Von Laufen aus geht es weiter auf der ViaJura Nr. 80 zunächst durch die Vorstadt und dann zum Unterlauf des Flüsschens Lützel. Bald steigt der Weg, anfänglich recht ruppig, hinauf zum Weiler Huggerwald. Auch hier steht eine St. Wendelin-Kapelle, die als lokaler Wallfahrtsort bekannt ist.
Mit 672 m erreichen wir den höchsten Punkt der heutigen Etappe, den Räschberg. Nun geht es wieder sanft hinunter über eine kleine Marien-Wallfahrtskapelle beim Hofgut Albech bis nach Soyhières (dt. Saugern): Die Dorfkirche ist Ziel einer kleinen regionalen Wallfahrt: In der Krypta der Dorfkirche werden die sterblichen Überreste von Père Jean-Pierre Blanchard verehrt, der 1824 im Rufe der Heiligkeit gestorben ist. Ebenfalls hier verehrt wird auch Mère Marie de Sales Chappuis (1793-1875).

Soyhières,  Krypta

Auf der Anhöhe am jenseitigen Birsufer das erstmals 1102 erwähnte Schloss der einst mächtigen Grafen von Soyhieres/Saugern. Die Anlage war im 19. Jh. Wohnsitz des bedeutenden jurassischen Historikers und Altertumsforschers Auguste Quiquerez (1801-1882).
Über Felder steigen wir gemächlich zu einem Felsriegel hinauf, auf dem die schon von weitem sichtbare Kapelle Notre-Dame du Vorbourg erkennbar ist. Sie ist der wichtigste Marienwallfahrtsort der katholischen Jurassier und der Laufentaler.

Kapelle Notre-Dame du Vorbourg

Die Tradition will, dass der aus dem Elsass stammende Papst Leo IX die Kapelle im Jahre 1049 geweiht hat. An den Wänden viele Votivbilder, u. a. auch ein von der Stadt Delémont gestiftetes Gemälde, das nach einer 1661 abgewendeten Feuersbrunst gestiftet wurde.
Von der Aussichtsterrasse hinter der Kapelle eindrücklicher Blick in die Klus der Fringeli-Vorburg-Kette. Im Talgrund erkennbar das Trassee der Bahn mit den vielen kurzen Tunnel – man hat den Eindruck, man blicke auf eine Modelleisenbahn-Anlage.
Der Altertumsforscher Quiquerez hatte auf der Vorburg prähistorische Schalensteine entdeckt, die allerdings nicht mehr aufzufinden sind. Sensitive Leute empfinden den Ort als Kraftplatz.

Delémont , Porte au loup

Auf einer kleinen Fahrstrasse, zum Teil als Allee gestaltet, führt unser Weg in einer guten Dreiviertelstunde nach Delémont / Delsberg, der Hauptstadt des 1979 gegründeten Kantons Jura, dem jüngsten Bundesglied unseres Landes.
Der Ort wird im 8. Jh. erstmals erwähnt, gehört im hohen Mittelalter den Grafen von Ferrette, ab 1271 dem Fürstbischof von Basel.
Zwei Stadttore sind erhalten. In der klassizistischen Stadtkirche St. Marcel werden die Reliquien von Saint Germain (German) verehrt. Fünf wunderschöne Stadtbrunnen aus dem späten 16. Jh. zieren die gut erhaltene Altstadt.
Im Besitz des Musée d’Art et d’Histoire (bis Herbst 2011 wegen Restrukturierung geschlossen) u. a. ein Abtstab, der dem heiligen German zugeschrieben wird.

Delémont , Sommerresidenz
des ehemaligen Fürstenhofs

Seine goldene Verzierung stammt aus dem 8. Jahrhundert und gilt als eine der ältesten mittelalterlichen Goldschmiedearbeiten. Gut möglich, dass dieser Abtstab später zum Symbol und Wappen des Fürstbistums und der Stadt Basel wurde.
Das sehenswerte Städtchen Delémont bezaubert mit seinem französischen Charme.
Es verfügt vor allem in Bahnhofnähe über verschiedene Unterkunftsmöglichkeiten. Die Jugendherberge liegt am Eingang der Vorburg-Klus.