Pilgerweg nach Twann

Aus der Altstadt führen Alpenstrasse und Höhenweg mit gelb markiertem Wanderwegweiser zum Aussichtspunkt Pavillon (schöner Blick auf Stadt und See). Von hier geht der Wanderweg zunächst durch den Wald und später als Rebenweg auf halber Höhe zwischen Wald und See Richtung Tüscherz und Twann. In dieser Region typisch sind die vielen kleinen Weinbaubetriebe in Familienbesitz. Aus den Archivalien wissen wir aber auch, dass viele Klöster den Bielersee-Wein schätzten und darum einst Rebgüter besassen. Wir nennen nur St. Urban, Fraubrunnen, Thorberg, Frienisberg, Trub, Münchenbuchsee, Engelberg und Einsiedeln.

Ligerz,  Kirche am Pilgerweg

Der Rebenweg bzw. der alte Pilgerweg entlang des linken Bielerseeufers darf als eine der reizvollsten Wegstrecken der Schweiz bezeichnet werden. Die Rebberge von Tüscherz/Daucher) bis Schafis/Chavannes sowie die Petersinsel wurden 1977 als Landschaft von nationaler Bedeutung inventarisiert.
Der Pilgerweg wurde erstmals in einem Kaufbrief vom 1389 erwähnt. Der Name “Pilgerweg” könnte darauf deuten, dass es sich um einen Weg aus dem Elsass und Rheinland nach Santiago de Compostela handelt.
Die reizvollen Weiler und Dörfer am See verlocken zu Unterbrechungen der Wanderung.

Ligerz,  weiter auf dem Pilgerweg

Dazu kommen auch die zahlreichen Gasthäuser, wo schmackhafter Fisch und feine Bielersee-Weine auf den Tisch gebracht werden. Hier nur ein paar Stichworte, die zu Besuchen und Abstechern verlocken können:

  1. Schützenhaus und Glockenturm, Acheren Tüscherz/Daucher (Glocke von 1703 hing bis 1875 im damals abgebrochenen Bieler Obertor).
  2. Rebhaus Wingreis.
  3. In Richtung La Neuveville

    Restaurant Engelberg, ehemaliges Rebgut des Klosters Engelberg NW.
  4. Kirche und Dorf Twann/Douane (Kandidat Unesco Welterbe 2011). Bei Ausgrabungen bei der Kirche mittelalterlicher Fund einer Jakobspilgermuschel. Zahlreiche Weingüter. Der bei der Kirche gelegene Johanniterkeller ist bereits im 13. Jh. als Besitztum des Johanniterordens belegt; 1528 säkularisiert. Fraubrunnenhaus mit Pfahlbautenmuseum.
  5. Chlytwann: Rest. Ilge, ehemaliger Wohnort des Kunstmalers Oscar Binz.
  6. Kirche Ligerz/Gléresse, ehemalige spätgotische Wallfahrtskirche (1526) am Ort eines früheren markanten Wegkreuz (Gabelung Rossweg/Charrière). Im 14. Jh. eine Kapelle dem hl. Kreuz geweiht, zur Filialkirche (1434) und nach Bau des heutigen Gotteshauses zur selbstständigen Pfarrkirche (1482) erhoben. Im Turmsockel findet sich der Chorraum der vormaligen Kapelle, der seit 2009 als offene Turmkapelle zugänglich ist.
  7. Dorf Ligerz/Gléresse: Weinbaumuseum

La Neuveville,  Cave de Berne

  1. Schafis/Chavannes: ehem. Haus des Klosters Bellelay (Schafisweg 36).
  2. La Neuveville/Neuenstadt: historisches Städtchen; Blanche Eglise (Schlüssel im Verkehrsbüro); Maison de Berne (ehemaliges Gut des Klosters Bellelay mit Wappen über den Eingang); Maison de Gléresse, Eglise Notre Dame de l'Assomption (1954) mit Glasfenster von Isabelle Tabin-Darbellay (1998).

Abstecher/Abkürzung im Sommer per Schiff über die St. Petersinsel/Île Saint-Pierre nach Erlach/Cerlier: 

 

Petersinsel im Abendlicht

Viele Pilger benutzten früher Schiffe, um den Weg abzukürzen oder sich eine Pause zu gönnen. Davon zeugt das ehemalige Cluniazenserpriorat auf der St. Petersinsel. Ursprünglich war dort eine frühmittelalterliche Grablege für Adelige und möglicherweise vorher ein gallorömisches Heiligtum. Durch die 1891 abgeschlossene erste Juragewässerkorrektion, mit der Umleitung der Aare in den Bielersee, der Drainage des Grossen Mooses sowie der Absenkung des Seespiegels der Juraseen wurde aus der Insel eine Halbinsel. Heute ist sie ein autofreies Naturschutzgebiet, das ehemalige Priorat ist im Sommer ein äusserst idyllisches Hotel der gehobenen Preisklasse. Man kann dort auch das Zimmer des Philosophen Jean-Jacques Rousseau besuchen, dem die Insel Zuflucht geboten hatte. 

Schifffahrtpläne: www.bsg.ch

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