Pierre de Pertuis

Von Bellelay aus führt der gelb markierte Wanderweg zunächst an einem idyllischen Hochmoor vorbei und dann sanft über Wiesen und Wälder hinunter nach Tavannes Der Ort ist geprägt durch die Uhrenindustrie. Deshalb wurden die alten jurassischen Bauernhäuser entlang der Grand-Rue nach dem ersten Weltkrieg ersetzt durch repräsentative Bauten im Heimatstil. Von der 866 erwähnten Stephanskirche finden sich keine Spuren mehr.
Von jetzt an können wir wieder der ViaJura Nr. 80 folgen. Der Weg steigt zunächst nur leicht bis zur Birsquelle. Eindrücklich ist der Wasserschwall des unterirdischen Flusses, der hier durch ein Felsentor ans Licht drückt. Dann geht es weiter durch den Wald hoch zum Pass Pierre-Pertuis.

Passhöhe - Weg nach Sonceboz

Dieser bekam seinen Namen durch einen Felsdurchbruch, der von den Römern auf Strassenbreite erweitert wurde und den Namen „petra pertusa“ bekam. Gilt als bedeutendes Zeugnis für das römische Strassennetz, das Augusta Raurica (bei Basel) mit Aventicum (bei Payerne) bzw. Rom via Grosser St. Bernhard verband. Eine Informationstafel gibt Auskunft über die angeblich aus dem 3. Jh. stammende Inschrift und erläutert, dass sich hier vermutlich die alte Grenze zwischen den Gebieten der Keltenstämme Rauriker im Norden und der Helvetier im Süden befand. Teilweise auf der alten Römerstrasse steigen wir ab zum Etappenziel Sonceboz

Sonceboz

Das heutige Industriedorf (Uhren, Mikromechanik und Bodenbeläge) war von der Römerzeit bis zum Beginn des Eisenbahnzeitalters vor allem eine Pferdewechsel-Station. Im Jahre 866 wird eine der heiligen Agatha geweihte Kirche genannt (genaue Lage unbekannt). Im 15. Jh. wurde fast das Dorf durch die Pest und später von einem Erdbeben heimgesucht. Heute profitiert Sonceboz von der guten Bahn- und Strassenverbindung zum nahen Biel/Bienne.