Basel,  St. Jakobskirche

Von St. Jakob aus folgt man den Wanderwegweisern Richtung Bruderholz und Wasserturm. Beim Historischen Wirtshaus St. Jakob überqueren wir die St. Jakobstrasse nicht in Richtung St. Jakobpark (Stadion) sondern in Richtung Bushaltestelle. Kurz nach dem Wartehäuschen der gelben Markierung folgen und sanft ansteigen zum ausgedehnten Gewerbeareal „Dreispitz“, das wir durchschreiten müssen. Am anderen Ende des Leimgrubenweges befinden wir uns am Fuss des Bruderholzes, einem grünen Hügelzug mit Flur- und Hofnamen, die an klösterliche Besitztümer erinnern: Jakobsbergerholz, Klosterfiechten, Predigerhof. Hier ist der Horizont weit und offen. Wir befinden uns am südlichsten Rand der oberrheinischen Tiefebene. Das fruchtbare Bruderholzgebiet hat Weiden, Äcker, Obstkulturen, Spargel,- und Erdbeerfelder. 

Predigerhof

Das Hofgut Klosterfiechten dient als Vollzugszentrum. Vor dem Eingang zum Areal in den Hundsbuckelweg einbiegen und bis zum Punkt „Auf der Alp“ ansteigen. Von dort südwärts in Richtung Predigerhof (mit Wirtshaus), der kurz nach der Überquerung der Schnellstrasse Birstal-Birsigtal erreicht wird.
Beim Lindenbestandenen Wegkreuz (ca. 150 m nach Predigerhof) nicht in Richtung Schwabenloch sondern geradeaus weiter und bei der nächsten Verzweigung rechts zum Spitzenhegli (weisse Wegweiser), dort links hinunter in den Wald zum Wegweiserstandort „Gretli“, wo als neues Ziel der Grenzort Flüh (2 Std.) ausgewiesen ist.
Doch zunächst erreichen wir nach ca. 40 min die Vorortsgemeinde Therwil. Hier lohnt sich die Besichtigung der Kirchenanlage St. Stephan mit Kapelle und Pfarrhaus. Frühbarocke Altäre, Langhaus Rokoko. Weiter führt der Weg flach durch das grüne Kornland Egg (bis zum Grenzstein CH-F), dann südlich nach Bättwil und Flüh.

Gleich nachdem beim Zollhaus Flüh der steile alte Wallfahrtsweg Richtung Klosterweiler Mariastein (Notre Dame de la Pierre) beginnt, lohnt sich vorerst noch ein Abstecher in die erste Ökumenische Kirche der Schweiz. Die Kirche mit dem einmaligen Kunstfenster vom bekannten Basler Künstler Samuel Buri ist unter anderem auch offizielle Stempelstelle am Jakobsweg. Von da aus weiter bergauf empfängt ein grosszügiger Platz die Wallfahrer und Pilger. Mariastein ist nicht nur Wallfahrtsziel von Leuten aus der Nordwestschweiz, aus dem Elsass und dem Badischen. Hierher kommen auch viele Menschen unterschiedlicher Religionen und Ethnien.

Mariastein

Die Kirche des Benediktinerklosters wirkt freundlich und einladend. Ein Deckengemälde zeigt das Wunder von Mariastein. Ein Mädchen stürzt über eine Felswand. Doch eine mystische Frau fängt es auf und lässt es am Fusse der Felsen spielen, bis es von seiner Mutter wieder gefunden wird.
Auf dem linken Seitenaltar steht die Reliquienbüste der heiligen Ursula. Die englische Prinzessin Ursula wurde zusammen mit ihren angeblich elftausend Begleiterinnen auf ihrer Pilgerreise nach Rom von den Hunnen getötet. Ihre Gebeine werden heute noch in Köln verehrt. Ursulas Haupt hingegen war die wichtigste Reliquie des Basler Münsters, die nach der Reformation nach Mariastein geflüchtet wurde.
Das eigentliche Ziel aller Besucherinnen und Besucher ist die „Gnadenkapelle“. Ein langer Gang und Treppen führen in eine Felsengrotte. Hier zieht uns eine Madonna mit Kind förmlich in ihren Bann. Das Gnadenbild lächelt so tröstend, dass man sich in dieser Höhle wie ein Kind geborgen fühlt. Der Gnadenaltar stammt aus der gleichen Werkstatt der Scharpf aus Rheinfelden, die auch Schöpfer der Altäre in Therwil sind.

Mariastein,  Panorama

Mariastein gibt jedoch nicht nur Kraft und Zuversicht für den weiteren Weg. Es bietet auch alles, was ein Pilger oder eine Pilgerin zur Erholung braucht: mehrere Gaststätten, ein Hotel, eine Schwesterngemeinschaft, die Pilger aufnimmt, einen Laden mit Lebensmitteln und „geistiger Nahrung“ und ein kleiner Bauernladen. In Mariastein gibt es auch wieder etwas Weinbau: Der St. Anna-Wein ist am Klosterplatz erhältlich.