Brüglingen, Irisanlage

Von der St. Jakobshalle an bis Moutier benützen wir den Weitwanderweg Nr. 80, die ViaJura. Kaum haben wir die lärmigen Strassenkreuzungen von St. Jakob hinter uns gelassen (Wegweiser links vom Kiosk, dem turmartigen Gebilde mit Bildschirm), führt unser Weg vorbei an einem Naherholungsgebiet, das erst durch die Grün 80 (Schweizerische Gartenausstellung von 1980) die heutige Gestalt bekommen hat. Viele aussergewöhnliche Elemente der damaligen Schau können noch immer bewundert werden: u. a. eine Irisanlage, das Rhododenrental und ein Bambusgarten. Beim alten Brüglinger Hofgut mit Mühle (Museum), Orangerie und Kräutergärten finden sich ein englischer Landschaftsgarten und der neue Botanische Garten.

Arlesheim,  Domplatz

Neben einem Café in der alten Villa Merian gibt es auch das Restaurant Seegarten, von dessen Terrasse man den Blick über einen grossen Weiher schweifen lassen kann.Am östlichen Ende des Gewässers findet man mühelos Anschluss an die ViaJura, die nun dem Birsfluss entlang führt. Kurz nach der Eisenbahnbrücke von Münchenstein steht linkerhand das interessante Strommuseum der Elektra Birseck (EBM). Später durchqueren wir das Naturschutzgebiet der Reinacher Heide.
Einen Umweg wert ist der Dorfkern von Arlesheim: Neben dem barocken Dom mit der einzigen, fast komplett erhaltene Silbermann-Orgel der Schweiz und den Häusern der Domherren (Arlesheim war ab 1679 Sitz des Domkapitels des Fürstbistums Basel) lohnt hier die einst berühmte, idyllische Ermitage einen Besuch. Die im späten 18.Jahrhundert angelegte Sehenswürdigkeit mit Höhlen, Weiher, Holzstoss, Kapelle, Eremitenklause etc. verpasste einst kein Schweiz-Reisender.

Dornachbrugg,  ehem. Kapuzinerkloster

Eine handfeste Brücke aus rotem Sandstein mit einer Nepomukstatue erwartet uns in Dornachbrugg. Halbwegs gegen den Bahnhof bietet das ehemalige Kapuzinerkloster eine günstige Herberge und ein Restaurant. Am Platz vor dem Gotteshaus Denkmal der Schlacht bei Dornach (1499) von Jakob Probst: Die in einer Nische aufgestellten Schädel zeigen die tödlichen Kopfverletzungen der Krieger. Oberhalb Dornach und von weit her sichtbar das massige Goetheanum, Weltzentrum der Anthroposophie.
In Aesch erwartet uns am Dorfeingang eine kleine Wegkapelle mit Einsiedler Madonna (Mitte 18. Jh.) – Hinweis auf einen alten Pilgerweg vom elsässischen Sundgau in den finstern Wald. Markantester Bau im Dorf ist das fürstbischöfliche Landvogteischloss der Familie Blarer von Wartensee aus dem 18. Jahrhundert. In der St. Josefkirche (1819-20) sehenswerte Glasmalereien von Jakob Düblin (1940) sowie das Chorwandbild und die Kreuzwegstationen von Hans Stocker (1942).

Aesch,  Reblage KLus

Aesch ist übrigens eine bedeutende Baselbieter Weinbaugemeinde mit drei Reblagen. In der Klus ist Weinbau seit spätrömischer Zeit durch einschlägige Funde (Rebholz, Stickel) bezeugt.
Nun steigt der Weg nach Pfeffingen. Wahrzeichen ist die grosse Schlossruine aus dem 12. Jh. einst Sitz der Grafen von Thierstein und von 1522 bis 1702 des Vogtes der fürstbischöflichen Vogtei Pfeffingen. 
Bei der Ruine Ausgangspunkt des Burgengratweges mit Münchsberg, Schalberg, Engenstein (?) und prähistorischen Höhlen. Direkt an unserem Weg liegt der eindrückliche Glögglifels, ein einst absperrbarer Zollposten an einer engen Stelle im felsigen Blauengrat.

Pfeffingen, Schlossruine

Ohne grosse Steigung erreicht man von dort das Dorf Nenzlingen mit der St. Oswald-Kirche und dem westlich davon im Usserfeld gelegenen Weiler Kleinblauen mit der Wendelinkapelle, einem lokalen Wallfahrtsort der Laufentaler Bauern (Holzvotive).
Durch die über dem Siedlungsgebiet sich hinziehenden Bergmatten (Magerwiesen unter kantonalem Naturschutz) steigen wir den Hang zum Blattenpass hinauf, einem alten Übergang vom Leimental resp. vom vorderen Birstal ins Laufental. Den Namen hat der Pass von Felsplatten auf dem Scheitel, die einst auch Karrenspuren zeigten. In der Nähe der Passhöhe befand sich im 17./18. Jh. ein berühmt-berüchtigtes und legendenumwobenes Wirtshaus, wo sich Wegelagerer trafen.

Nenzlingen,  Laufener Becken

Wir überschreiten den Pass jedoch nicht, sondern ziehen dem Hang weiter gegen das Dorf Blauen am Südhang des gleichnamigen Bergzuges (nördlichste Jurakette) in nebelfreier Lage. Viele Neubauten um das alte Dorf bezeugen die Attraktivität der Wohnlage. Doch nun führt der Weg wieder steil hinunter zur Birs und zum Dorf Zwingen. Auf drei Birsinseln steht das Wasserschloss der Freiherren von Zwingen, dessen Holzbrücke möglicherweise aus dem 16. Jahrhundert stammt. Wer früher die St. Oswaldkapelle neben dem Schloss besuchte, bekam mindestens 40 Tage Ablass.
Nun geht der Weg der Birs entlang bis ins Städtchen Laufen (frz. Laufon). Es wurde von den Basler Fürstbischöfen gegründet und ist heute der Hauptort des neuesten Bezirks im Kanton Baselland. Bis 1993 gehörte das Laufental zum Kanton Bern.

Laufen,  altes Vogteischloss

Laufen besitzt noch Teile seiner alten Stadtmauer sowie alle drei Stadttore. Vor dem Untertor (Bemalung Otto Plattner) zwei jungsteinzeitliche Dolmengräber, die man in der Nähe fand. An das Untertor angebaut die bemerkenswerte Katharinenkirche (1699; Rokoko; christkatholisch) und gleich daneben das Laufentaler Museum mit einer bedeutenden Sammlung von Versteinerungen, mit Krippen von Pfarrer Bürge, volksreligiösen Beständen und Bilder von August Cueni. Die auf dem Vorplatz stehende Skulptur erinnert an von hier stammenden Beromünsterer Chorherr Helias Helye, der mit dem „Mammotrectus“ das älteste datierte Buch der Schweiz gedruckt hat.

In Laufen befinden sich die Stammhäuser von Ricola und der Sanitärkeramikfirma „Laufen“. Der Birsfall, der „Birs-Laufen“ oberhalb der Strassenbrücke zum Bahnhof gab dem Ort den Namen.