Bekannt ist Basel als Stadt der Messen und der Museen, aber auch als Stadt der Humanisten, des Handels und der pharmazeutischen Industrie.
Weniger bekannt ist heute Basel als Pilgerstadt. Doch für die Pilgerinnen und Pilger war die Basler Rheinbrücke einst ein wichtiger Übergang. Hier trafen sich über die Reformation hinaus die Menschen, die vom Rheinland nach Rom oder vom Schwarzwald nach Santiago zogen.
Heute verzichten viele Weitwanderer darauf, grosse Städte zu Fuss zu durchqueren. Für wenige Kilometer benötigt man in den verkehrsreichen Vorstädten oft unverhältnismässig viel Energie. Doch Basel kann man sich von Norden wie von Osten auf grünen Rheinpromenaden nähern und erreicht so die sehenswerte, weitgehend verkehrsfreie Altstadt.

Basel, Münsterturm

Durch manche ihrer Strassen zogen einst die Pilger, die hier auch Herberge fanden. So im 14./15. Jh. in der Oberen Rheingasse, bis zur Reformation auch in der St. Johanns-Vorstadt (bei den Antonitern) und ab 1432 bis ins 19. Jh. in der Petersgasse .
Höhepunkt des Etappenortes Basel war und ist bis heute das Münster. Die Figuren und Szenen rund um die Galluspforte erzählen seit über tausend Jahren vom fröhlichen Gottvertrauen der romanischen Steinmetze. Selbst der Bildersturm der Reformation konnte dem Basler Münster nicht die Verspieltheit und das Lächeln rauben, die die Figuren und die gotischen Türme in ihrem dunkelroten weichen Sandstein ausstrahlen. Die Fresken in der Krypta erzählen die Familiengeschichte Marias. Früher gab es im Münster auch eine Jakobskapelle. Noch heute lädt der stille Kreuzgang ein zu einer wohltuenden Rast.

Basel, Münster-Kreuzgang

Auf keinen Fall darf man die Aussichtsterrasse (Pfalz) hinter dem Münster verpassen. Hier kann man den Blick über den Rheinbogen bis zu den Vogesen und in den Schwarzwald schweifen lassen.
Im Historischen Museum in der Barfüsserkirche trifft man auf unseren Jakobus als Brunnenfigur und auf eine der berühmtesten Pilgerinnen, die in Basel verehrt wurde: die heilige Ursula samt ihren legendären elftausend Jungfrauen. Die Gebeine der Heiligen ruhen zwar in Köln und ihr Schädel ist in Mariastein, unserem nächsten Etappenort. Doch in einer Museumsvitrine mit dem Basler Münsterschatz lächelt einen eine kostbare Büste der Heiligen an, die ihres leichten Silberblicks wegen äusserst lebendig wirkt.

Basel, Gallusprforte

Vorbei an den Stadtpalais der Rittergasse und der St. Alban-Vorstadt führt der Weg hinunter zum St. Alban-Kloster. Die renovationsbedürftige Kirche ist meist geschlossen und dient als Gotteshaus der serbisch-orthodoxen Gemeinde.
Das St. Alban-Kloster war das älteste Kloster Basels und unterstand dem Cluniazenserorden. Gestiftet wurde es 1083 vom Basler Bischof Burkhard von Fénis. Er und sein Bruder Cuno, Bischof von Lausanne, stammen von der Hasenburg in Vinelz am Bielersee. Beiden werden wir auf unserem Weg wieder begegnen. Links der Kirchenfront erhaschen wir durch den Eisenzaun einen Blick in die respektablen Reste des mittelalterlichen Kreuzgangs.
Das St. Alban-Tal genannte Altstadtquartier wird belebt von alten Kanälen, die das Kloster für die wasserständigen Gewerbe anlegen liess. Eine ehemalige Papiermühle dient heute als Museum über das Papier- und Druckgewerbe. (2011 in Renovation). Idyllisch und preiswert ist die Übernachtung in der renovierten Jugendherberge.

St. Alban Teich

Unser Weg führt aus dem St. Alban-Tal immer dem Gewerbekanal und zeitweise auch einem Hirschpark entlang bis St. Jakob. Hier, vor den Toren der Stadt, teilten sich die Pilgerwege. Über die Birsbrücke ging der Weg durch den Jura über den Gotthard nach Rom oder via Venedig nach Jerusalem. Dem linken Birsufer entlang geht es nach Santiago.
Unübersehbar sind hier das Stadion der Basler Stararchitekten Herzog & de Meuron und die Sporthalle. Diesen Bauten gegenüber bittet aber das historische Wirtshaus Sankt Jakob zu Tisch. Daneben stehen die alten Siechenhäuser und die Kapelle St. Jakob. Als reformierte Kirche ist sie etwas nüchtern und meistens geschlossen. Ihr Gründungsjahr ist unbekannt. Sicher ist hingegen, dass die ursprünglich einfache Kapelle um 1300 umgebaut und vielleicht auch vergrössert wurde. Als Patrone der Kapelle waren damals bekannt: Jakobus, hier sicher auch verehrt als Patron der Reisenden, daneben die heilige Barbara (Schutzheilige gegen Gewitter) und der Viehheilige Wendelin. Unweit der Kapelle tobte 1444 die Schlacht von St. Jakob an der Birs.
Dabei stürzte die südliche Seitenmauer ein. Das damals in Basel tagende Konzil gewährte einen Ablass zum Wiederaufbau. In der Reformation 1529 wurde die Kapelle ausgeräumt und im späten 19. Jh. musste sie wegen einer Strassenkorrektion versetzt werden. Beim Abbruch kamen Fresken mit Darstellungen der Jakobslegende zum Vorschein. Der Neubau erfolgte unter Verwendung des alten Chorgewölbes und des Triumphbogens. Auf die sonntäglichen Gottesdienstbesucher blickt eine geschnitzte und gefasste Jakobusfigur mit Pilgerstab und Buch aus dem 17. Jahrhundert.

Empfohlener Stadtrundgang

durch mehrheitlich stilleund verträumte Gassen (Dauer 2 Std.)

Basel, Petersgasse

Schifflände – Blumenrain – Totentanz (Geburtshaus Johann Peter Hebel; christkath. Predigerkirche) – Petersgraben – Herbergsgasse – Petersgasse ("Petersberg") – Peterskirchplatz – Peterskirche (werktags offen; Lettner, Fresken) – Nadelberg – Spalenberg – Heuberg – Leonhardskirchplatz (Kirche mit Lettner; Lohnhof mit Musikmuseum)– Leonhardsberg (Abstieg) – Barfüsserplatz (Historisches Museum in der , Barfüsserkirche ) – Gerbergasse- -Marktplatz (Rathaus) – Sattelgasse – Schneidergasse – (Abstecher auf den Andreasplatz und/oder ins Imbergässchen) – Schneidergasse - Stadthausgasse - Fischmarkt (gotischer Brunnen mit Heiligenfiguren) )- Tanzgässchen – Eisengasse – Schifflände – Rheinsprung – Elftausendjungferngässchen (Treppe) - Martinskirchplatz – Martinsgasse – Augustinergasse – Münsterplatz mit Münster, Kreuzgang, Pfalz und Museum der Kulturen (ethnologisches Museum).

Dann zurück via Augustinergasse – Rheinsprung zum Ausgangspunkt an der Schifflände oder auf dem am Münster vorbeiführenden Anschlussweg direkt in Richtung Rittergasse – St-Alban-Vorstadt - St. Jakob.