Gast sein

Wie bin ich ein guter Gast?

Häufige Fragen

Zitate und Anregungen

 

10 Punkte-Plan

1. Ankunft (bei der Gastfamilie). Es macht Sinn und ist gut, den Gastgebenden vor der Ankunft über die genaue Ankunftsuhrzeit zu informieren und - wenn möglich - auch zu dieser Zeit vor Ort zu erscheinen. Falls Sie wegen eines unvorhersehbaren Grundes nicht pünktlich ankommen können, bitte den Gastgebenden frühzeitig über die Situation informieren.

2. Kleines Geschenk (für die Gastfamilie). Ein kleines Mitbringsel zu überreichen, ist eine gute Art und Weise, bei der Ankunft oder bei der Abreise Ihre Dankbarkeit auszudrücken. Adäquate beziehungsweise preisgünstige kleine Geschenke sind zum Beispiel Eine besondere Schokolade, Spruch- oder Bild-Postkarten mit einem persönlichen Dank, kleine Produkte aus der Region, die Sie durchwandert haben.

3. Zeit (mit der Gastfamilie). Lassen Sie die Gastgebenden an Ihren Plänen für die nächsten Stunden bzw. Tage teilhaben. Unnötige Komplikationen lassen sich so vermeiden.

4. Alles in Ordnung halten (bei der Gastfamilie). Räumen Sie auf, bevor Sie zum Frühstück gehen. Vermeiden Sie es, Dinge in den Gemeinschaftszimmern liegen zu lassen, wenn Sie sich dort nicht mehr aufhalten. Die Beziehung zum Gastgebenden vertieft sich, wenn Sie für kleine alltägliche Verrichtungen Ihre Hilfe anbieten (z. B. den Tisch decken, nach dem Essen den Tisch abräumen, etc)

5. Kulturelle/persönliche Unterschiede beachten (bei der Gastfamilie). Es kann durchaus vorkommen, dass Sie bei einer sich vegan ernährenden Familie unterkommen. Immer ist es höflich zu probieren, was die Gastgebende zubereitet und anbietet. Seien Sie bitte auf jeden Fall respektvoll und kritisieren Sie nicht die Präferenzen des Gastgebenden. Wenn sich für Sie ein kultureller oder religiöser Verstoss ergeben könnte, gewisse Dinge zu essen, teilen Sie dies lieber schon vorab oder bei Ihrer Ankunft Ihrer Gastgebenden mit.

6. Ruhe (im Hotel oder bei der Gastfamilie). Lieber nicht zu laut sprechen. Wenn Sie Fernsehen schauen oder Radio hören wollen, achten Sie bitte stets auf die Lautstärke, sodass Sie andere Gäste oder die Gastgebenden nicht stören.

7. Rauchen (im Hotel oder bei der Gastfamilie). In den meisten Hotels herrscht Rauchverbot. Wenn Sie unbedingt rauchen möchten, erkundigen Sie sich am besten schon bei Ihrer Ankunft nach entsprechenden Orten und Plätzen, wo das Rauchen erlaubt ist. Letzteres gilt auf für den Aufenthalt in einer Privatunterkunft.

8. Beiträge (bei der Gastfamilie). Wenn die Unterkunft nichts kostet (accueil jacquaire), bieten Sie an, sich an den Kosten für den Einkauf der Lebensmittel zu beteiligen. Oder bieten Sie ihre Hilfe beim Kochen und Verräumen  des Geschirrs an. Oder Beteiligen Sie sich beim Abschied mit einem angemessenen, freiwilligen Beitrag an den Kosten, die durch Sie der Familie entstehen.

9. Abreise (im Hotel). Wenn Sie auschecken, dann hinterlassen Sie bitte Ihr Zimmer aufgeräumt. Nehmen Sie nur die Dinge mit, die Ihnen gehören.

10. Abreise (bei der Gastfamilie). Wenn Sie sehr früh abreisen, versuchen Sie, sich am Abend vor der Abreise von der Gastfamilie entsprechend zu verabschieden. Wenn Sie während der Arbeitszeit und Abwesenheit des Gastgebenden abreisen, ist es ganz wichtig, dass Sie das Haus ordnungsgemäß hinterlassen, abschließen und eventuell den Schlüssel an einem vereinbarten Ort hinterlegen.

 

Verfasser: Shukai Chen

 

Phasen des Gast-Seins

 

1.Begrüssung und Eintritt

- Der erste Eindruck -

Gastfreundschaft ist nie selbstverständlich, sondern immer ein Geschenk, das nach Wertschätzung verlang.
Gastfreundschafft beginnt oft bereits schon vor Eintritt in das Haus des Gastgebenden. Auf dem Zugang zum Haus, vor der Haustür oder in ihrer näheren Umgebung lässt sich manchmal schon erspüren, ob und wie der Gastgebende seinen Gast erwartet. Ein Willkommensgruss am Eingang, wie auch Hinweise auf Öffnungszeiten an Kirchen, Unterkünften und Hotels, helfen dem Ankommenden, die Zeit direkt nach der Ankunft selbst einzuteilen und zu gestalten. Beim Betreten eines Grundstückes kann die Gartengestaltung und Beleuchtung dazu beitragen, sich schneller wohl oder sicherer zu fühlen. In Hotels gibt es oft eine einladende sich automatisch öffnende Eingangstür, wenn der Gast sich dem Eingangsareal nähert und das Hotel betreten möchte.
Das Wesentliche, was ein Gast zumeist als erstes wahrnimmt, ist die Raumaufteilung, die bereits beim Bau des Gebäudes durch einen Architekten bestimmt wurde. Gut ausgewählte Farben und das richtige Licht sowie passende Accessoires und Deko-Gegenstände (Kerzen, Blumen, Flaggen) sind wichtige Faktoren, die dazu beitragen können, sich schnell in neuen Räumen wohl zu fühlen.
Im Foyer (Eingangsbereich zum Beispiel von Kirchen und Hotels) gibt es in manchen Kirchenräumen oder Unterkünften einen Ort, wo die Gastgebenden beziehungsweise Mitarbeitenden mit Foto, Namen, Funktion vorgestellt werden. Ausserdem finden sich in diesem Bereich, der als Ort des Informationsaustausches genutzt wird, in der Regel Flyer mit wichtigen Details für die Gäste.

Nach dem ersten Eindruck folgt die Begrüssung durch die Gastgebenden.

In Hotels sind es meistens Personen an der Rezeption, die den Gast empfangen, den Weg zum Zimmer erklären oder ihn auch direkt bis zu seinem Zimmer führen.
Rezeptionistinnen sprechen in der Regel mehrere Sprachen und begrüssen den Gast in seiner Muttersprache. Neben dem Zimmer-Schlüssel werden manchmal auch Flyer, ein Stadtplan oder Hinweise auf besondere Angebote, die das Hotel zur Verfügung stellt, überreicht.

Auch in einer Jugendherberge gibt es eine Rezeption. Sie ist allerdings oft nur am Abend geöffnet. Hier wird der Gast von den Gastgebenden persönlich erwartet. Zum Teil ist in Foyers von Jugendherbergen auch ein Haus- und Flur-Plan ausgehängt. Man erkennt somit schnell, wo sich die Gemeinschaftsräume befinden oder wo die Schlafräume sind. Manchmal findet man in Jugendherbergen sogar eine kleine Kapelle. In den Jugendherbergen sind auch erwachsene Gäste willkommen, wenn sie bereit sind, mit den einfachen Standards zufrieden zu sein.

In privaten Unterkünften richtet sich jeder Gastgebende den Eingangsbereich seines Hauses zunächst einmal ganz nach seinen eigenen Bedürfnissen und seinem eigenem Geschmack ein. Die Begrüssung findet oft an der Haustür oder im Eingangsbereich statt. Sie ist in der Regel persönlicher als in einem Hotel. Wenn der Gast sich für die Gastgebenden aktiv interessiert, entsteht bald ein Klima der Offenheit, in welchem der Gast viel vom Leben am Ort erfahren kann. Oftmals zeigt der Gastgebende dem Gast persönlich alle Räumlichkeiten, sodass der Gast sich schneller orientieren kann.

2.Orientierung und Aufenthalt

Im eigenen Zimmer angekommen, nimmt der Gast zuerst die besonderen Charakteristika des Zimmers wahr. Je nach Motivation wählt der Gast aus, was er zunächst unternimmt: Er inspiziert Zimmer und vielleicht Bad, wagt einen Blick aus dem Fenster, schaut sich das Zimmer näher an. Je nach Länge des Aufenthalts und seiner aktuellen Befindlichkeit räumt er seine Kleidung ein, duscht, ruht sich ein wenig aus oder startet zu einem ersten Erkundungsgang. Alles hängt ganz individuell vom Gast ab.

Manchmal hat der Gastgebende auch einen besonderen Willkommensgruss oder ein  Willkommensgeschenk im Zimmer des Gastes platziert. Jeder Gast freut sich über solch kleine Aufmerksamkeiten. Sie vermitteln dem Gast das Gefühl, dass der Gastgebende sich bereits vor seiner Anreise mit seinem Aufenthalt beschäftigt hat. Solche kleine Zeichen sind nicht selbstverständlich. Der Gastgeber hat dafür Wertschätzung verdient. Wertschätzung fördert die Beziehung zwischen Gast und Gastgebenden.

Während des Aufenthalts ergeben sich in der Regel stets weitere Gespräche mit dem Gastgebenden oder auch mit anderen Gästen. Angebracht sind gerade bei privaten Unterkünften Achtsamkeit und Rücksichtnahme, denn der Gastgebende einer privaten Unterkunft hat nicht jederzeit viel Zeit für ein ausführliches Gespräch. Es kann sein, dass Gastgebende tagsüber arbeiten und abends einfach müde sind und selbst der Ruhe und Erholung bedürfen. In solchen Fällen ist es gut, im Voraus geplant zu haben oder sich andernorts nach Freizeitgestaltungsoptionen umzuhören. Vielleicht hat der Gast sich ja auch schon beim telefonischen Erstkontakt mit seinem späteren Gastgebenden Hinweise erbeten, ob und wo es in der Nähe etwas Sehens- und Besuchenswertes gibt.

Sprichwörtlich heisst es zwar immer wieder „Der Gast ist König“, doch ist es gerade in privaten Unterkünften nicht angebracht, sich dem entsprechend zu verhalten. Der Gastgebende hat sich bereit erklärt, den Gast in sein privates Umfeld hinein zu lassen. Daraus ergibt sich für den Gast, dass ein ganz anderes Verhalten angebracht ist als im Hotel. Eventuell gilt es, bestimmte Aufgaben selbst oder zusammen mit dem Gastgebenden zu erledigen: Bett beziehen, Handtuch mitbringen, in der Küche oder beim Auf-/Abdecken, Spülen helfen. Ein wacher Blick und schnelle sich gegenseitig unterstützende Handlungen ohne viele Worte sind der Gastfreundschaft stets förderlich. Anders ist es im Hotel. Hier macht der Gast weitgehend nichts selbst. Er vertraut auf den guten Service. Stets von Vorteil ist es, sich als Gast für Annehmlichkeiten sofort zu bedanken.

Die Gastgeberin ist weder die Seelsorgerin des Pilgers noch ersetzt sie seine Mutter. Sie verdient Anstand und Achtung. Anzügliche Sprüche oder Forderungen des Gastes haben in einem echten Gastfreundschaftsverhältnis keinen Platz.

3. Abschied und Erinnerung

Der Aufenthalt neigt sich dem Ende zu. Ein guter Gast denkt darüber nach, wie er die Unterkunft angemessen verlassen kann.

Ein praktischer Tipp: Überlegen Sie sich schon vor oder während des Aufenthalts, wie Sie sich beim Gastgebenden bedanken möchten, sei es durch ein kleines Geschenk, ein einfaches oder besonderes Dankeschön. Wichtig ist zu zeigen, dass man als Gast die Bemühungen seines Gastgebenden erkannt hat, sie wertschätzt und ihm auch den ihm gebührenden Dank erweist.

In Hotels kann oft eine schriftliche Bewertung hinterlassen werden. Im Privathaus gehört die Anerkennung und der der Dank für die Gastfreundschaft ins Gästebuch. Auch in Kirchen gibt es oft ein Gästebuch, in dem Eintragungen, Notizen, Skizzen, Gebetsanliegen hinterlassen werden können. Auch ein Beitrag in die Kaffeekasse ist manchmal angebracht. Während des Aufenthalts bekommen Sie vielleicht in Gesprächen mit, was Ihr Gastgebender für Interessen hat. Besonders passende, kleine Aufmerksamkeiten kosten nicht die Welt, hinterlassen beim Gastgebenden aber stets eine schöne, besondere Erinnerung an Sie und Ihren Aufenthalt.

Direkt vor Ihrer Abreise verlassen Sie ihr Zimmer am besten so ordentlich, dass Ihr Gastgebende nicht mehr viel zu machen braucht (evtl. Bettwäsche abziehen, lüften, Müll entsorgen…) und die nachfolgenden Pilger gerne einziehen.

 

Verfasser: Gentra Ademaj

 

Danke

Schon im Kindesalter wird uns beigebracht, uns stets zu bedanken, wenn wir etwas von einer anderen Person erhalten, wenn andere uns Geschenke entgegenbringen, gute Worte zukommen lassen oder uns in unserem eigenen Überlegen, Planen und Tun unterstützen.

Das Wort "Danke" leitet sich aus den Wörtern "denken, andenken, gedenken" ab. Denken an jene Person, der Dank geschuldet wird beziehungsweise gedankt werden kann.

Ausgedrückter Dank ist ein Zeichen der Anerkennung der Bereitschaft wie auch der Würdigung der Bemühungen, die der andere für uns gemacht hat oder machen wird. Sogar bei Selbstverständlichem ist es gut, DANKE zu sagen. Wir vermitteln, dass wir Anstrengungen nicht für selbstverständlich halten. Unsere dankende Anerkennung kann sich sowohl materielle Bemühungen (zum Beispiel Geschenke; Geld) als auch auf immaterielle Bemühungen (zum Beispiel Ratschlag, Freundschaft) beziehen.
Als Leistungsannehmer/in sehen wir uns manchmal in der „Schuld“ des anderen und bedanken uns in Form von Worten oder von kleinen Geschenken. Dadurch kann das Gleichgewicht von Geben und Nehmen erhalten bleiben. Der Empfänger des Dankes nimmt auf diese Weise wahr, dass seine Anstrengungen anerkannt und gewürdigt werden. Beide Parteien empfinden dadurch Freude und Glück. Die Folge ist die positive weitere Entwicklung der zwischenmenschlichen Beziehung.

In der Bibel lassen sich Zitate zum Dank an Gott finden. Die Dankbarkeit Gottes gegenüber kann viel grösser als die zwischenmenschliche Dankbarkeit sein. Dank wird oft auch als Gotteslob angesehen.

 

Zitate aus der Bibel:

Opfere Gott Dank und bezahle dem Höchsten deine Gelübde (Ps 50,14)

Wer Dank opfert, der preiset mich; und da ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes. ( Ps 50,23)

Gott aber sei Dank für seine unaussprechliche Gabe! (2Kor 9,15)

Nun, unser Gott, wir danken dir und rühmen den Namen deiner Herrlichkeit.( 1Chr 29,13)

 

Weitere Zitate:

Keine Schuld ist dringender, als die, Dank zu sagen. – Marcus Tullius Cicero 

Ich bin dankbar, nicht weil es vorteilhaft ist, sondern weil es Freude macht – Lucius Annaeus Seneca

 

Quelle:
http://deinsuppenhuhn.blogspot.de/2010/08/bibelworte-zu-dem-thema-dank.html

http://www.psychotipps.com/danke-sagen.html

Verfasser: Gentra Ademaj

 

Monetäre Ehrlichkeit



Ob in Hotels oder Jugendherbergen, überall ist für die Unterkunft ein festgesetzter Betrag zu bezahlen. Vor diesem Hintergrund ist bei privat gestellten Unterkünften, die selbst vorab keinen festen Preis festlegen, ebenfalls eine faire Entlohnung angebracht.

Die Gastgebenden machen sich vor Ihrer Anreise viele Gedanken: zum Beispiel über abwechslungsreiche Mahlzeiten, einen sauberen Schlafplatz und auch Freizeitangebote in der Nähe. Einige Gastgebende machen vor Ihrer Ankunft Besorgungen, kaufen frische Lebensmittel ein oder ein kleines Geschenk für Sie.
Dieser Aufwand ist freiwillig, jedoch auf keinen Fall als selbstverständlich zu interpretieren. Wichtig ist, dies anzuerkennen.

Die Gastgebenden einer Privatunterkunft sind kein Hotel, trotzdem versuchen sie, Ihnen den bestmöglichen Aufenthalt zu ermöglichen. Manche Gastgebende überlassen die eigenen Schlafzimmer oder die Zimmer der Kinder den Pilgern, um für diese eine gemütliche, heimische Atmosphäre zu schaffen.
Viele Pilger, die unterwegs sind, möchten nicht unbedingt in einem Hotel unterkommen. Sie wollen auf ihrem Weg der Menschlichkeit neue Kontakte knüpfen, sich mit anderen austauschen und gegebenenfalls Freundschaften schliessen. Dies kann in einer privaten Unterkunft eventuell leichter realisiert werden, denn hier gibt es aller Voraussicht nach einen persönlichen Kontakt zu den Gastgebenden, egal ob während der Mahlzeiten oder auch abends beim fröhlichen Zusammensitzen.

Damit Ihr Gastgebender auch weiterhin andere Pilger, die auf dem Weg sind, aufnimmt und vielleicht sogar mit ihnen Freundschaft knüpft, gilt es auch für Sie, als Gast einen möglichst positiven Eindruck zu hinterlassen.
Kleine Aufmerksamkeiten und nette Worte helfen oft weiter. Zudem wird es manchmal Ihnen überlassen, wie hoch Sie das Entgelt ansetzen. Wichtig ist, dass es eine „faire“ und „gesunde“ Relation zwischen dem Aufenthalt und den damit für den Gastgebenden entstandenen Kosten gibt.
So zeigen Sie, dass Sie die Bemühungen des Gastgebenden wertschätzen, anerkennen und sich entsprechend bedanken.

 


Verfasser: Gentra Ademaj