Am 30. Januar 2010 wurde in Spiez unter der Leitung des Vereinpräsidenten Dr. Samuel Lutz und des Moderators Thomas Gehrig die diesjährige Zukunftswerkstatt durchgeführt. An ihr nahmen rund 50 Mitglieder des Vereins teil. Ziele der Veranstaltung waren, Ideen zur Arbeit unseres Vereins auszutauschen, die Vereinsziele neu zu bestätigen und Projektvorhaben für die kommenden Jahre zu skizzieren. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden über den Stand der bisherigen Vereinstätigkeit informiert. In ungezwungener, offener Art wurde sowohl in Gruppen- als auch in vielen Einzelgesprächen diskutiert. Viele wertvolle Ideen und konkrete Vorschläge, wie der Verein sich in den nächsten Jahren positionieren und wie der Jakobsweg gefördert werden kann, wurden vorgetragen und mit Interesse aufgenommen. Diese Werkstatt wurde, wie rückgemeldet wird, von allen Beteiligten sehr positiv beurteilt und das uneigennützige Mitdenken und Mitwirken aller Teilnehmer wird die Art und Richtung künftiger Vereinsarbeit wesentlich mitbestimmen. Die in der Werkstatt erarbeiteten Aktions-Schwerpunkte bzw. Stossrichtungen seien hier kurz zusammengefasst:
Die seit 1998 aufgebauten Netzwerke werden auf regionaler, nationaler, und transnationaler Ebene verstärkt und insbesondere im Osten und Norden Europas weiter ausgebaut. Regional wird die Zusammenarbeit mit lokalen Entscheidungsträgern und aktiven Arbeitsgruppen aus Kirchen, Schulen und Tourismus intensiviert. Die im Pilgerjahr 2010 geplanten Veranstaltungen und Anlässe bieten hierzu eine gute Gelegenheit, die genutzt werden kann. Die neue Dachorganisation Schweizer Jakobsweg wird national stärker positioniert. Auf Projektebene wird mit den Mitgliedern der Dachorganisation eine engere Zusammenarbeit angestrebt. Im transnationalen Kooperationsprojekt „Europäische Jakobswege“ werden wir die Führungsposition halten und durch aktive Mitarbeit das Geschehen in den transnationalen Teilprojekten mitbestimmen.
Der bestehende Internetauftritt wird mit neuen Inhalten versehen, technisch auf den neusten Stand gebracht und transnational breiter vernetzt. Unter optimaler Nutzung modernster Technologie und in transnationaler Zusammenarbeit wird eine mehrsprachige transnationale Internet-Plattform geschaffen, auf ihr können
Die Internet-Informationen werden vermehrt für Pilgernde, die sich auf dem Weg befinden, verfügbar gemacht. Hierzu werden an Orten am Weg zusätzliche stationäre Internetstationen, z.B. bei Gastgebern, Anbietern von Dienstleistungen, in Herbergen und Dorfbibliotheken eingerichtet, und technisch wird die Internet-Ausgabe auf mobile Geräte (wie Handys und GPS-Geräte) möglich gemacht.
Die Aufarbeitung des Themas Spiritualität hat im Hinblick auf die Positionierung und Promotion des Jakobsweges sowie der Gestaltung von Ausbildungsprogrammen für Pilgerbegleiter und Gastgeber einen hohen Stellenwert. Fachexperten, die über bestehende und neue (auch transnationale) Netzwerke erreicht werden können, werden zur Aufarbeitung und Publikation spezifischer Themen zusammengeführt, thematische Symposien (Tagungen) werden durchgeführt und fachliches Wissen wird ausgetauscht. Mögliche Themen sind beispielsweise:
Der Aufbau eines oder zwei Pilgerzentren in der Schweiz wird angestrebt. Die Aufgaben, welche ein Zentrum wahrnehmen soll, werden von einer nationalen Arbeitsgruppe sorgfältig abgeklärt und festgelegt. Es werden mögliche Träger von Zentren gesucht mit denen, unter Berücksichtigung verfügbarer personeller und finanzieller Mittel, Zentren geplant, eingerichtet und betrieben werden können.
Die bisher aufgebauten Ausbildungsprogramme für Pilgerbegleiterinnen und Pilgerbegleiter werden weitergeführt und ausgebaut. Den Ausgebildeten wird eine fachlichen Nachbetreuung und eine Unterstützung bei der Promotion ihrer Dienste offeriert, wobei von ihnen erwartet wird, dass sie sich, in Form einer Gegenleistung, vermehrt in die Aktivitäten unseres Vereins einbringen werden.
Für Gastgeber und Anbieter von Dienstleistungen am Weg wird in transnationaler Zusammenarbeit ein neues Ausbildungsprogramm geschaffen. Nach erfolgter Ausbildung werden die Teilnehmenden die Bedürfnisse der Pilger-Zielgruppe besser kennen, ihre Angebote bedarfsgerechter gestalten und den Pilgern eine besonders gastfreundliche Aufnahme und Begegnung bieten.
Die bisherigen Wegbroschüren werden durch neue Broschüren ersetzt. Diese werden von einer Arbeitsgruppe neu gestaltet und inhaltlich erweitert. Die Beschreibungen des Wegverlaufs werden überarbeitet und Beiträge zum Sinn und Wesen heutiger Pilgerei und zur Spiritualität des Weges werden neu aufgenommen. Die neue Broschüre wird, zusammen mit Unterkunftsverzeichnis und Pilgerpass, auf unserer Informationsplattform im Internet und von vernetzten Partnern im deutschsprachigen Europa angeboten.
Die im Internet publizierten mehrsprachigen Wegbeschreibungen können, auch in Zukunft, im PDF-Format abgerufen und individuell ausgedruckt werden. Dies gilt auch für andere Informationen, wie Orts- und Unterkunfts- und Veranstaltungsverzeichnisse oder andere wichtige Beiträge.
Die Kommunikation im Verein, d.h. zwischen der Vereinsleitung und den Vereinsmitgliedern wird intensiviert. Des geschieht primär durch regelmässigeren und aktuelleren Austausch von Informationen im Internet. Eine bessere Kommunikation wird möglicherweise auch durch die Herausgabe eines periodisch erscheinenden News-Letters und durch besondere Vereinsanlässe (ähnlich wie die Zukunftswerkstatt) erreicht. Die intensivere Kommunikation wird jedoch besonders durch eine vermehrte Einbindung möglichst vieler Vereinsmitglieder in die Vereins- und Projektaktarbeit bewirkt. Die Vereinsmitglieder kommen damit näher an das Vereingeschehen, schliessen wichtige Ressourcen-Lücken, die besonders im Pilgerjahr 2010 kaum zu vermeiden sind und werden wirksame „Kommunikations-Multiplikatoren“ des Vereins in ihrem persönlichen Umfeld.
