Ausgangspunkt dieses Weges ist die berühmte Propsteikirche St. Mauritius in Amsoldingen. Der Weg führt vom deutschsprachigen und reformierten Berner-Gantrischgebiet ins „welsche“ und katholische Freiburgerland, durch eine Landschaft mit Hügeln und Wäldern und durch Dörfer, die immer noch von bäuerlicher Lebensweise geprägt sind. Kurz vor Freiburg wechseln Sprache und Kultur, aus Freiburg wird Fribourg und der Pilger wird zum "pèlerin". Den Weg säumen auffallend viele stattliche Bauernhöfe mit breiten Dächern und gepflegten Ställen. Sie sind aus Holz gebaut und ihre Fenster sind mit Blumen geschmückt. Auf den Feldern weiden Kühe, deren Fell-Farbe beim Übergang ins Freiburgerland von braun auf schwarz wechselt. Die Pilgernden begegnen am Weg einer arbeitsamen und oft zweisprachigen Landbevölkerung. Obwohl die Bauern ihre fruchtbaren Felder und Äcker heute mit modernen Maschinen bestellen und die Tiere beinahe industriell gehalten werden, herrscht keine Hektik. In der hügeligen Landschaft geniessen Pilgerinnen und Pilger eine wohltuende Stille und finden ihre Ruhe und Entschleunigung. Am Weg finden sich Orte, die von alter Pilgertradition geprägt sind und zum Besuch und zur Meditation anregen. So gibt es viele alte Kapellen und Kirchen mit Jakobusstatuen oder Muschelsymbolen, deren Türen den Pilgernden offen stehen, Klöster, die zur Begegnung mit Pilgern einladen, in Tafers die Kapelle mit der berühmte Galgenlegende und alte Gasthäuser, die früher Pilgerherbergen waren. Die Stadt Freiburg bietet als Pilger-Etappenort viele Sehenswürdigkeiten, die an die frühere Pilgerzeit erinnern.
Wichtiger Hinweis
Die kurzen Weg-Beschreibungen wurden von Helfern und Vereinsmitgliedern in Freiwilligenarbeit, nach einer Begehung und basierend auf dem jeweiligen Wissensstand, erstellt und geprüft. Die Genauigkeit der Inhalte und insbesondere die Übereinstimmung mit der offiziellen Jakobsweg-Signalisierung kann vom Verein „jakobsweg.ch“ und den Autoren, auch im Sinne einer Produkthaftung, nicht garantiert werden. Pilgerinnen und Pilger werden deshalb gebeten, bei Abweichungen in jedem Fall den offiziellen Jakobsweg-Wegweisern zu folgen und uns allfällige Unstimmigkeiten zu melden. Wir danken!
Texte: Winfried Erbach, Joe Weber und Klaus Augustiny (Lektor) Bilder: Wolfgang Hörer, Winfried Erbach, Diverse
Das Referenzwerk zur ViaJacobi, dem Schweizer Abschnitt des europäischen Jakobswegs, erscheint in der 8. Auflage in gänzlich neuem Kleid. Der Inhalt wurde vollständig überarbeitet und aktualisiert. Der Kulturwanderführer beschreibt die ViaJacobi als Bestandteil des «Kulturwege Schweiz»- Programms von ViaStoria und als durchgehend signalisierte, nationale Wanderland-Route 4 von SchweizMobil; erhältlich bei hep - Der Bildungsverlag.