Weg der Schöpfung - «Und sah, dass es gut war»

Die Idee 

Drei franziskanische Einrichtungen der Region stehen hinter dem Weg der Schöpfung: das Franziskanerinnenkloster St. Josef in Muotathal, das Hildegard-Hotel Haus St. Karl in Illgau und das Antoniushaus Mattli in Morschach. Gemeinsam ist die Idee gereift, der menschlichen Suche nach Einkehr und Einfachheit mit Besinnung und Bewegung zu begegnen.
Der Weg der Schöpfung bringt sie zusammen: eine ursprüngliche und ökologisch wertvolle Naturlandschaft, vertiefende Texte und das schlichte Unterwegssein zu Fuss. Und der Rundwanderweg verbindet drei Orte und drei Häuser, die sich der franziskanisch-klarianischen Spiritualität verpflichtet wissen.

Die Häuser 

Die Häuser - am Anfang bzw. Ende jeder Wegstrecke - sind geprägt von herzlicher Gastfreundschaft, wunderbarer Lage und franziskanischem Geist.
Interessierte finden im Seminar- und Bildungszentrum in Morschach, im Hildegard-Hotel ob Illgau und im Muotathaler Frauenkloster mit über 700-jähriger Tradition – einfachere und aufwändigere – Verpflegung und Unterkunft. Darüber hinaus Einblick in bewegte Geschichte, ein reiches Kursangebot, Raum zum Entspannen, Kirchen und Kapellen zum Verweilen und im Kloster die Einladung zum gemeinsamen Gebet mit der kleinen Schwesterngemeinschaft.




Antoniushaus Mattli
6443 Morschach
Telefon 041 820 22 26
info@antoniushaus.ch
www.antoniushaus.ch
Hildegard-Hotel Haus St. Karl
6434 Illgau
Telefon 041 811 10 93
stkarl@bluewin.ch
http://www.hildegardhotel.ch
Franziskanerinnenkloster St. Josef
6436 Muotathal
Telefon 041 830 11 14
gaestehaus@minoritinnen.ch
www.minoritinnen.ch

 Die Wege

er Weg der Schöpfung ist ein dreiteiliger spiritueller Wanderweg, der durch eine ebenso abwechslungsreiche wie schöne Landschaft führt,  durch ein Stück Schöpfung, das die Gehenden immer neu schauen und staunen lässt und sie in Berührung bringt mit der geschaffenen Mitwelt. Alle Wander- und Bergwege sind bestens ausgebaut und führen nur vereinzelt über asphaltierte Strassen. Meist geht’s über ausgedehnte Weiten, durch schattige Waldstücke, wunderbare Blumenwiesen, der mitreissenden Muota oder einem murmelnden Bergbächlein entlang. Auch wenn die Wanderzeiten grosszügig bemessen sind: jede Wegstrecke entspricht einer eigentlichen Tageswanderung, die da und dort – der Höhenunterschiede wegen – auch ins Schwitzen bringt. Alle drei Etappen lassen sich auch als Familie mit Kindern gut begehen und durch Postauto oder Seilbahn abkürzen. Da nur vereinzelt ein Gasthaus den Weg säumt, sollte die Verpflegung im Rucksack mitgetragen werden. Zum Übernachten bieten sich in idealer Weise die drei franziskanischen Häuser an.

Meditationstexte 

Inventur

Ein Herz voll Weite.
Ein Auge voll Grün.
Eine Nase voll Gras.
Ein Ohr voll Drossel.
Ein Bauch voll Sommer.
Eine Lunge voll Glück.
Eine Hand voll Endlichkeit.



Nicht allein der landschaftlichen Schönheit, sondern auch der textlichen Vertiefung wegen ist der Weg der Schöpfung etwas Besonderes. Die Theologin Jacqueline Keune hat kurze und kürzeste Betrachtungen geschrieben, die an 25 eichenen Textsäulen die drei Wegetappen säumen. Das Unterwegssein, immer auf ein franziskanisches Ziel hin, meint so mehr als bloss Bewegung.
Die Kurzmeditationen möchten das, was die Augen der Wandernden und Pilgernden schauen, nicht einfach mit Worten wiedergeben, sondern es auf ihre Weise weiterführen – in spirituell-religiöser Weite.
Nicht zuletzt lehnen sich die Texte an die Tradition des franziskanischen Lobgesangs auf die Schöpfung an. Eines Lobgesangs, der sich nicht in romantisierender Weise ausspricht, sondern auch die Grenzen des Geschaffenen benennt.

Wegstrecken und Wegbeschreibungen

Wegstrecke I: Morschach – Illgau (Wanderzeit rund 6 Stunden)

Antoniushaus Mattli – Marienkapelle – Degenbalm – Schwyzerhöhe – Oberschönenbuch – Suworow-Brücke – Schlattli – Aufiberg – Lottenbach – Caisten – Handgruebi – Kapelle Gründel – Hildegard-Hotel Haus St. Karl,

Vom Mattli (646 m) führt der Weg durch ein Waldstück Richtung Marienkapelle. Nach rund 500 Metern zweigen wir links ab und gelangen nach kurzem Aufstieg zum Gotteshaus. Auf der Kreuzung wenden wir uns nach links Richtung Schwyzerhöchi, nach einigen Metern nach rechts, hinauf zur Lourdesgrotte und weiter auf die Anhöhe Degenbalm (720 m). Hier folgen wir dem Weg nach Schwyzerhöchi (756 m) bis zur Hauptstrasse, die wir nach rund 200 Metern verlassen, um links gegen Oberschönenbuch/Suworowbrücke/Schlattli abzubiegen. Weiter geht es auf sanft abfallendem, kaum befahrenen Asphaltsträsschen – unter uns der Schwyzer Talkessel in ganzer Schönheit. Bei der Abzweigung «Wanderweg» links, verlassen wir den Weg und wandern dem Bächlein entlang weiter, vor uns das markante Mythen-Paar. Bei der nächsten Weggabelung biegen wir in das schmale Wiesen-weglein hinter dem grossen Stein ein und folgen erneut kurz dem Bachlauf. In Ober-schönenbuch (540 m) wenden wir uns nach rechts und nehmen den flachen Naturweg Richtung Schlattli unter die Füsse. Von der berühmten Brücke (533 m) erreichen wir in Kürze die Talstation der Stoosbahn, das Schlattli (569). Hier überqueren wir den Zebrastreifen, gehen ein paar Schritte Richtung Schwyz, biegen rechts in die Zufahrt der Auto-Garagen und steigen über Wiesenland zur spärlich befahrenen Strasse hoch, wo wir uns nach rechts wenden. Ein grossartiges Panorama vor Augen, wandern wir in stetigen, weit ausholenden Kehren hinauf in den schönen Weiler Aufiberg (769 m). Richtung Lotenbach/Handgruebi führt der Weg über Matten sanft ansteigend hinauf nach Lotenbach (829 m). Hier zweigen wir rechts nach Hand/Iberegeregg ab. Über den munteren Bach geht es nun stetig ansteigend über moorähnliche Weite auf den Punkt Chaisten (915 m) hinauf. In Richtung Hand folgen wir nach 200 Metern der Abzweigung «Bergwanderweg». In Handgruobi (1029 m) lenkt uns die Asphaltstrasse Richtung Ibergeregg, nach rund 1 Kilometer Richtung St. Karl/Illgau. Vorbei an der Kapelle Gründel steigen wir nach etwa 500 Metern links ins Wäldchen hinauf, das uns auf schattigem Weglein direkt zum Haus St. Karl (1165 m) führt.

Abkürzungsmöglichkeiten
mit Postauto:     Morschach – Schwyzerhöchi und Schwyz – Schlattli

 

Wegstrecke II: Illgau – Muotathal  (Wanderzeit rund 4 Stunden)

Hildegard-Hotel Haus St. Karl – Kapelle Wart – Nühus – Illgau – Ried Seilbahnstation – Vordere Brücke – Tristel – Herreblätz – Kloster St. Josef

Vom Haus St. Karl führt uns der gemächlich absteigende Wanderweg über schöne Wiesenweglein rechts hinunter Richtung Wart/Illgau. Vor unseren Augen das wunderbare Panorama der Muotataler Berge. Schon bald erblicken wir unter uns die kleine Kapelle Wart (1067 m). Rund 800 m nach dem Gotteshäuschen folgen wir der Abzweigung «Bergwanderweg». Im Weiler Nühus (962 m) überqueren wir die Fahrstrasse und wandern über schöne Matten Richtung Illgau. Im Dorf angekommen, folgen wir zunächst der Strasse abwärts Richtung Ried/Muotathal, vorbei am prächtigen Sigristenhaus und der Kirche. Nach rund 500 m biegen wir links in den Wanderweg ein, der uns in einigen, weit ausholenden Kehren durch schattigen Wald und das Rauschen des hohen Wasserfalls hinunter zur Seilbahnstation Ried-Muotathal führt. Danach wandern wir rund 500 m auf dem Trottoir der Hauptstrasse nach Muotathal entlang. Bei der vorderen Brücke (584 m) überqueren wir die Strasse und nehmen den Weg Richtung Tristel/Muotathal unter die Füsse. Vorbei an Obstbäumen, Wiesen und Felsen gelangen wir in den Weiler Tristel (623 m). Hier folgen wir der Abzweigung Muotathal. Nun nimmt uns der Lauf der breiten schäumenden Muota mit. Durch ein schattiges Waldband, in abwechslungsreichem kurzen Auf und Ab, gelangen wir ins Dorf Muotathal. Hinter der erhöhten Dorfkirche breitet sich die gleichermassen grosszügige wie wunderbare Anlage des Franziskanerinnenklosters St. Josef in prächtiger Umgebung vor uns aus.

Abkürzungsmöglichkeiten
Seilbahn St. Karl – Illgau
Seilbahn Illgau – Ried
Postauto Ried – Muotathal

     

Wegstrecke II: Illgau – Muotathal  (Wanderzeit rund 7 Stunden) 

Kloster St. Josef – Tschalun – Hintere Brücke – Chapf – Stali – Äbnet – Frutt – Goldplangg – Uf den Gütschen – Wannentritt – Laubgarten – Geissbützen – Rinderchruteren – Stoos – Degenbalm – Marienkapelle – Antoniushaus Mattli

 Vom Franziskanerinnenkloster wandern wir über ein schönes Wiesenweglein auf der linken Muotaseite (in Gehrichtung) bis Hinterthal (627 m), wo wir den Fluss über die Hintere Brücke überqueren. Richtung Hürital und Liplisbüel geht es sanft ansteigend auf kaum befahrenem Asphaltsträsschen weiter – immer der gelben Wanderwegmarkierung entlang. In Hürital (675 m) führt der Weg weiter Richtung Chapf. Rund 150 Meter nach dem Weiler folgen wir der rot-weissen Signalisation «Bergweg» links hinauf. Das schöne und abwechslungsreiche Naturweglein bringt uns bald zur Abzweigung Chapf (731 m), wo wir einen ersten Blick auf den kraftvollen Hüribach werfen können. Wir überqueren die Fahrstrasse und steigen in das Waldstück Richtung Liplisbüel ein (rot-weisse Markierung). Nun geht es immer bergauf, zuweilen auch etwas steiler. Der beeindrucken-de Lauf des Hüribachs entschädigt reichlich und das Verweilen lohnt. Die Höhe fast erreicht, verlassen wir das Waldstück und gelangen auf einem schmalen Weglein auf eine kaum befahrene Fahrstrasse, die den Bach überquert und uns leicht abwärts führend auf den (nicht markierten) Punkt Äbnet bringt (offenes Wiesenstück mit alter Scheune). Hier wenden wir uns nach links und nehmen die komfortable Naturstrasse unter die Füsse. Durch Halbschatten geht es gemütlich ansteigend aufwärts, vor Augen wunderbares Panorama: tief unten das ganze Tal mit der sich schlängelnden Muota, schräg gegenüber die Sonnenterrasse Illgau und hoch oben der grosse Mythen. Bei Fruttzopf (1062 m) lädt uns ein Bänklein zum Rasten und Staunen ein.
Weiter geht es Richtung Goldplangg/Riemenstalden. Bei der Abzweigung Frutt (1083 m) folgen wir dem Weg links. Nach kurzem Aufstieg durch ein lichtes Waldstück tut sich vor uns die ganze Weite und Schönheit der Goldplangg auf. Der rot-weissen Markierung entlang führt uns der sonnenbeschienene Weg stetig steigend – da und dort auch etwas anstrengender – in grosszügigen Kehren über Brügglein und vorbei an vereinzelten Alphütten den Berg hinauf. Vor und hinter uns prachtvolle Aussicht. Beim Stall mit grossem Felsbrocken zweigen wir nicht auf den rot-weiss markierten Weg, der geradeaus und eben weiterführt ab, sondern bleiben auf unserem Weg und halten uns rechts.Schon bald gelangen wir zur kleinen Alpwirtschaft Uf den Gütschen (1542 m), wo wir eine weitere Rast einlegen können.
Bei der Biker-Markierung folgen wir dem schönen und sanft ansteigenden Bergweglein nach rechts, das uns der Bergflanke entlang zum (nicht markierten) Übergang Wannentritt führt. Die Schönheit, die den markanten Planggstock (1761 m) umgibt, lässt uns erneut schauen und staunen.
Wir folgen der Bodenmarkierung Richtung Stoos und gelangen bald auf den höchsten Punkt unserer Wanderung (rund 1650 m) und kurz danach auf die schöne Alp Laubgarten (1600 m), die auf einer wunderbaren kleinen Hochebene liegt.

Nun geht es nur noch bergab. Auf einem schönen breiten Alpweg führt der Weg weiter abwärts, vorerst etwas steiler. Bereits sehen wir in der Ferne unser nächstes Zwischenziel: den Stoos. Bei der Abzweigung mit dem grossen Felsbrocken nehmen wir den Weg rechts hinunter, vorbei an der Alpwirtschaft Geissbützen und der Ebene Tröligen (1407 m), immer Richtung Stoos. Bei einer nächsten Weggabelung, die uns zwei Wege in Richtung Stoos anbietet, halten wir uns an die Markierung «Stoos 1 h». Ab Rinderchruteren führt der Weg fast nur noch eben weiter Richtung Dorf. Beim Brunnerboden (1320 m) verlassen wir die Strasse und wandern geradeaus auf flachem Weg weiter, Richtung Stoos Bergstation. Schon bald gelangen wir ins Dörfchen (1275 m), wo vielerlei Möglichkeiten zu Rast und Verpflegung einladen.
Richtung Morschach geht es weiter. Ein bequemer und lichterer Waldweg führt uns in schönen Kehren abwärts. Durch Baumlücken hindurch zeigen sich uns wunderbare Ausblicke auf den Schwyzer Talkessel. Die Seilbahnstation schon in Blicknähe, folgen wir der Abzweigung Degenbalm Panorama/Morschach. Auf schmalerem Weg gelangen wir bald an den Waldrand, wo uns erneut grossartige Aussicht überrascht. Über einige Treppen gelangen wir hinunter zum Weiler Degenbalm, wo wir nach kurzer Zeit die Asphaltstrasse verlassen und nach links zur Lourdesgrotte hinuntersteigen. Beim Bauernhaus wenden wir uns nach links hinauf und folgen bei der Abzweigung der Markierung Kapellenweg.

Abkürzungsmöglichkeiten 
Seilbahn Stoos – Morschach

Themenwege